Katholiken sollen an Ostern für Missbrauchsopfer beten

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Katholiken sollen an Ostern für Missbrauchsopfer beten

Bonn - In katholischen Gottesdiensten soll an Karfreitag mit einer besonderen Fürbitte für Missbrauchsopfer gebetet werden.

Darum bat der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann die Gemeindepriester, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch mitteilte. Hintergrund sind die Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Traditionell gibt es in der Karfreitagsliturgie zehn große Fürbitten. In diesem Jahr soll eine Bitte für Kinder und Jugendliche eingefügt werden, denen “großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden“, wie es in dem Gebetstext heißt. Auch für die Täter soll gebetet werden. Sie sollten zu “Einsicht und Reue“ kommen. Ackermann, der als Trierer Bischof für die Aufklärung der Fälle zuständig ist, begründete seinen Vorstoß damit, dass die Kartage eine Aufforderung zu Reue und Gebet seien.

Nachfolgend der Wortlaut, wie von der Bischofskonferenz übermittelt:

“Lasst uns beten für die Kinder und Jugendlichen, denen inmitten des Volkes Gottes, in der Gemeinschaft der Kirche, großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden. Wir beten auch für diejenigen, die schuldig geworden sind und sich schwer versündigt haben an jungen Menschen, die ihrer Sorge und Obhut anvertraut waren. Allmächtiger, ewiger Gott, dein Sohn ist in seinem Leiden selbst ein Opfer von Unrecht und Gewalt geworden. Wegen unserer Sünden wurde er bis ins Herz verwundet. Sei mit deiner Liebe, deinem Trost und deiner Kraft allen nahe, denen großes Unrecht geschehen ist und die tiefe seelische Verletzungen erlitten haben. Richte sie auf, heile ihre Wunden und stärke ihren Glauben. Den Schuldigen aber gib Einsicht und Reue, die Bereitschaft zur Umkehr und den festen Willen, vergangene Untaten gutzumachen. Sende uns allen deinen Heiligen Geist als Beistand, damit wir auf dem Weg deiner Gebote bleiben, dem Bösen widerstehen und entschiedener das Gute tun. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

dpa/dapd

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