Klimaanlagen für ICE sollen 45 Grad aushalten

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Neue Klimaanlagen in neuen Zügen sollen bis zu 45 Grad Hitze funktionieren.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bahn scheint aus den Chaostagen, an denen Menschen mit Kreislaufkollaps aus den Zügen stiegen, gelernt zu haben. Neue Klimaanlagen sollen auch Wüstenhitze standhalten.

Neue Klimaanlagen in Zügen der Deutschen Bahn sollen künftig auch bei Außentemperaturen bis zu 45 Grad funktionieren. Entsprechende Geräte seien Teil der Ausschreibung der neuen Zuggeneration ICx, sagte eine Bahnsprecherin am Freitag. Der ICx soll unter anderen die in die Jahre gekommenen InterCity-Züge der Bahn ersetzen. Zudem würden sie vor allem im Zuge der Generalüberholung der zweiten ICE-Baureihe installiert. “Wir prüfen derzeit, in welchem Umfang die Modernisierung der Klimaanlagen stattfinden wird“, sagte die Sprecherin.

Die ICE 2 aus den 90er Jahren scheinen häufiger von ausgefallenen Klimaanlagen betroffen zu sein als andere Versionen des Hochgeschwindigkeitszuges. So mussten am vergangenen Wochenende viele Fahrgäste eines ICE 2 in Bielefeld wegen Kreislaufproblemen behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wegen der Hitzepannen gibt es in der kommenden Woche ein Krisentreffen in Berlin. Wie aus der Bundestagsverwaltung verlautete, nehmen daran Vertreter des Verkehrsministeriums, der Bahn, des Eisenbahn-Bundesamtes und Vertreter der Fraktionen teil. Der Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, kündigte im ZDF an, dass das Unternehmen künftig mehr darauf achten wolle, ob ausgelieferte Züge den Vorgaben entsprächen. Offensichtlich hätten Züge in einigen Bereichen nicht immer den Normen entsprochen oder seien unterdimensioniert gewesen. Der Konzern werde früher prüfen, ob vereinbarte Leistungsmerkmale und Qualitätskriterien eingehalten worden seien.

Kostenlose Getränke und lockere Kleidung gefordert

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann, zeigte sich über den geplanten Austausch von Klimaanlagen zufrieden. “Darüber bin ich froh. Das ist ein Ergebnis der Chaostage“, sagte der Grünen-Politiker der “Mitteldeutschen Zeitung“. Auch bei Kälte müsse man mit größeren Problemen rechnen. Zudem brauche die Bahn mehr Reserven. Die technische Anpassung dauere aber Jahre. “Die Kapazitäten sind begrenzt.“ Die Gewerkschaften Transnet und GDBA forderten angesichts der Pannen Erleichterungen für die Beschäftigten. Das Zugpersonal sei zum Prellbock für die aufgestaute Wut der Kunden geworden. Die Gewerkschaften forderten deswegen mehr Personal, kostenlose Getränke und leichtere Dienstkleidung für die Beschäftigten.

dapd

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