Koch gesteht: Kollegen erstickt und zerstückelt

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Der Koch hat den Mord an seinem Arbeitskollegen gestanden.

München - Im Münchner Schwurgerichtsprozess um die zerstückelte Leiche des Kochs Markus Schindlbeck hat dessen angeklagter Arbeitskollege ein Geständnis abgelegt.

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Zu Verhandlungsbeginn sagte der Beschuldigte am Montag, er habe den 35-Jährigen im vergangenen Januar in dessen Wohnung erstickt und die Leiche in der Badewanne zerstückelt. Der Koch, der am Dienstag 40. Geburtstag hat, ist wegen heimtückisch verübten Raubmords angeklagt.

Der Koch war als Wirt eines Lokals in Oberösterreich gescheitert und hatte nach seinen Angaben zur Tatzeit 70 000 Euro Schulden. Er sei Anfang des Jahres zur Job-Suche nach München gereist, wo er das spätere Opfer um ein paar hundert Euro Kredit bat. Den Kollegen kannte er von einer früheren gemeinsamen Tätigkeit in einem Münchner Restaurant. Der 35-Jährige soll geäußert haben, er könne helfen, “wenn ich nett zu ihm wäre, ich habe schon verstanden, worum es geht“.

Beim anschließenden Austausch von Zärtlichkeiten “konnte ich nicht mehr, ich bin aufgesprungen, habe ihn beschimpft“, gestand der Angeklagte. Der Kollege habe ebenfalls geschimpft, bei dem daraus entstandenen Streit “schnappte ich mir ein Glas und zog es ihm über den Schädel“. Der Andere habe zu schreien angefangen und sei auf ihn zugekommen, “ich schubste ihn aufs Bett und war auf ihm drauf, die Knie auf seinen Armen und beide Hände über seinem Mund“, sagte der 1,94 Meter große und 106 Kilogramm schwere Täter.

“Irgendwann“ sei er dann von dem Kollegen “herunter gerutscht“. Er habe noch nach dessen Puls gefühlt, doch “da war nichts mehr“. Um die Leiche “weg zu kriegen“, kaufte er Säge und Messer, zerteilte den Toten und packte die Teile in den Wagen des Opfers. Er nahm dessen Laptop, Computer und Geldbörse sowie Ausweise und Kreditkarten mit auf die Flucht, auf der er mehrmals mit einer der entwendeten Karten tankte. Dabei wurde er in einer Tankstelle am oberbayerischen Irschenberg von der Überwachungskamera gefilmt.

Inzwischen hatte die Polizei mit Hilfe der Handballenabdrücke das Opfer bereits identifiziert. Dessen Fahrzeug wurde daraufhin zur Fahndung ausgeschrieben und schließlich in Österreich gestellt. Der Angeklagte versuchte dort, sich mit der Vorlage des Ausweises des Toten durchzumogeln, der ihm etwas ähnelte. Das Täuschungsmanöver misslang jedoch. Der Prozess ist zunächst auf fünf Tage angesetzt.

dpa

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