Kurioser Prozess um diese Piratenflagge

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Diese Piratenflagge soll einen Schaden von 700 Euro verursacht haben.

Chemnitz - Es geht nicht um Mord und Totschlag, sondern lediglich um ein Stück Stoff in einem Kinderzimmer. Dennoch sorgt diese Piratenflagge für einen kuriosen Gerichtsprozess, der ein riesiges Medienaufgebot auslöste.

Für 12.00 Uhr hat Richter Andreas Frei im Landgericht Chemnitz in den Sitzungssaal 127 geladen. Er muss über die abschreckende Wirkung einer Piratenflagge befinden und ein Urteil sprechen.

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Die Flagge hing als Fenstervorhang vier Jahre lang in einem Kinderzimmer direkt über der Eingangstür eines Mehrfamilienhauses in der Chemnitzer Hübschmannstraße. Die Tochter der Mieterin hatte sie bei einer privaten Party zum Piratenfilm “Fluch der Karibik“ 2006 geschenkt bekommen. Der weiße Totenkopf auf schwarzem Untergrund soll zwei potenzielle Mieter abgeschreckt haben. Weil eine Wohnung deshalb längere Zeit leer stand, macht der Hauseigentümer den Verlust von zwei Monatsmieten geltend - eben jene 700 Euro.

Der Aufforderung, die Flagge abzunehmen, war die Mieterin nicht nachgekommen. Deshalb landete der Fall im vergangenen Jahr vor dem Amtsgericht Chemnitz. Das sah in der Fahne eine “ästhetische Beeinträchtigung“ und gab dem Vermieter Recht. Seitdem darf der Totenkopf nicht mehr hängen. Die Mieterin ging dagegen in Berufung.

Eine besondere Note erhält der Fall auch noch durch den Hauseigentümer. Dabei handelt es sich um die Kester-Haeusler-Stiftung aus dem bayerischen Fürstenfeldbruck. Deren Vorstandschef ist der Anwalt Volker Thieler, Autor des 2009 erschienenen Ratgebers “Die Rechtsirrtümer im Mietrecht“.

dpa

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