Ist die große Hitze bald vorbei?

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Landkreis - Wie geht es mit der großen Hitzewelle weiter, die Deutschland fest im Griff hat? Die Wetteraussichten für die kommenden Wochen:

Die ganz große Hitze dürfte für den Sommer 2013 nun wohl langsam aber sicher beendet sein. Von West nach Ost kühl es sich in Deutschland deutlich ab - weg von überdurchschnittlichen Werten hin zu für die Jahreszeit typischen Temperaturen.

Zur Umstellung der Großwetterlage Fragen und Antworten von Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net:

1. Wie lange müssen wir noch mit heftigen Unwettern rechnen?

Das Gröbste an Gewittern ist durch. Dienstagnachmittag und Dienstagabend brachten die heftigsten Gewitter. Von Westen kam eine Kaltfront aufgezogen und diese stieß über Deutschland auf die vorhandene schwül-heiße Luft. Das führte zu sehr starken Gewitter bzw. Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Stellenweise wurde Hagel mit einem Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern beobachtet.

Der Donnerstag bringt nur noch ganz vereinzelt Gewitter. Meist gibt es nur noch Schauer oder es fällt längere Zeit Regen. Die Unwetterphase ist weitgehend beendet. Ab Samstag gibt es dann nur noch ganz selten Schauer, vielfach geht die Trockenheit dann weiter.

2. Wie geht es bis Monatsende weiter?

Die Temperaturen der letzten Tage und Wochen waren weitgehend überdurchschnittlich. In den kommenden Tagen bekommen wir für die Jahreszeit völlig durchschnittliche Temperaturen zwischen 22 und 29, im Süden auch bis um 30 Grad. Eine neue Hitzewelle ist nicht in Sicht und die Wahrscheinlichkeit, dass es bis Monatsende noch mal eine Hitzewelle mit Werten von über 35 Grad bzw. bis nahe an die 40-Grad-Marke gibt, ist derzeit eher als gering einzuschätzen. Allerdings könnte die Trockenheit wieder zu einem Problem werden.

Es gab viele Orte, die von den Gewittern verschont blieben und gar keinen Niederschlag abbekommen. An einigen Regionen in Deutschland fiel seit fast vier Wochen kein nennenswerter Niederschlag. In den kommenden 10 bis 14 Tagen wird sich daran kaum etwas ändern, denn flächendeckender Landregen bleibt weiterhin Fehlanzeige.

Die Hundstage – die heißesten Tage des Jahres- sind nun vorbei, jetzt kommt Sommerwetter zum Genießen, ohne große Hitze und Schwüle. Die Temperaturen erreichen angenehme Sommerwerte um 25 Grad. Zum Baden oder Grillen ist das Wetter weitgehend perfekt und das könnte nach den aktuellen Berechnungen bis zum Monatsende andauern.

3. Wie sieht die bisherige Sommerbilanz aus?

Die Bilanz des meteorologischen Sommers (Juni, Juli, August) sieht derzeit eher ziemlich durchwachsen aus. Der Juni lag mit den Temperaturen genau im langjährigen 30-Jahres-Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Auch das Sonnenscheinsoll wurde zu 100 Prozent exakt erreich. Was den Regen angeht, war es aber viel zu nass. Es fiel deutschlandweit 25 Prozent mehr Regen als üblich. Der Juni war damit ähnlich wechselhaft wieder Juni 2012.

Der Juli brachte dann deutschlandweit 2,5 Grad höhere Werte als normal. Zudem fiel nur die Hälfte des durchschnittlichen Juli-Solls. Zudem war es der sonnigste Juli seit dem Jahr 2006. Der August hat bisher einen furiosen Start hingelegt. Er ist nach den ersten sechs Tagen rund 6 Grad wärmer als normal, erfüllte das Regensoll bisher zu 15 Prozent und das Sonnenscheinsoll schon jetzt zu 33 Prozent. Schon die großer positive Temperaturabweichung zeigt: der August war bisher total extrem und überdurchschnittlich warm.

4. Wie treffsicher war in diesem Sommer die Siebenschläferregel?

Am 26. Juni 2013 prognostizierte Dominik Jung aufgrund von Siebenschläferregel und eigenem Langfristmodell einen Wettertrend für Juli und August:

- Die letzten Junitage bleiben unterkühlt und beinahe herbstlich.

- Anfang Juli steigen die Temperaturen auf rund 25 Grad. Es ist heiter bis wolkig! An den Küsten kann es etwas kühler sein.

- In der zweiten Julihälfte kann es wieder kurze Hitzephasen mit Temperaturen um die 35 bis örtlich sogar 39 Grad geben, anschließend folgt wieder eine kühlere Phase. Jung: „Es wird genau so, wie wir es in den letzten sieben Tagen erlebt haben.“

- Für den August rechnet der Meteorologe mit wechselhaften Temperaturen.

Und tatsächlich war die erste Julihälfte aufgrund der günstigen Lage des Azorenhochs sommerlich, aber angenehm temperiert. Nach Monatsmitte wurde es dann aber immer wieder richtig heiß mit Werten von teilweise über 35 Grad. Die höchste Temperatur wurde laut Deutschem Wetterdienst in der zweiten Julihälfte in Rheinfelden am 27. Juli mit 38,6 Grad gemessen und das liegt nur 0,4 Grad von dem am 26. Juni 2013 prognostizierten Spitzenwert von 39 Grad entfernt.

Auch die angekündigten wechselhaften Temperaturen für den August scheinen sich aktuell zu bewahrheiten. Zunächst war es in den ersten Augusttagen extrem heiß, nun gehen die Temperaturen deutlich zurück und liegen in der nächsten Woche im langjährigen klimatologischen Mittel.

Insgesamt lag der Trend recht nahe an der tatsächlichen Wetterlage. Das zeigt, dass auch die Siebenschläferregel zumindest in diesem Jahr eine recht hohe Trefferquote hatte. Noch einmal zum Verständnis: die Siebenschläferregel besagt, dass das Wetter Ende Juni/Anfang Juli mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit auch in den folgenden sieben Wochen andauern wird. Und genau in diesem Zeitraum war es dieses Jahr zunächst leicht wechselhaft und später sommerlich warm und sonnig.

Generell haben statistische Auswertungen gezeigt: Die Trefferquote der Siebenschläferregel liegt in Süddeutschland bei rund 70 Prozent. Im Norden ist die Trefferquote zum Teil deutlich geringer.

wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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