Lange Haftstrafe für Aachener "Todesschubser"

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Aachen - Weil er die beste Freundin seiner Lebensgefährtin in Aachen vor einen fahrenden Zug stieß, ist ein Informatiker (35) vom Landgericht Aachen zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Diewald wertete die Tat in seiner Urteilsbegründung als heimtückischen Mord. Allerdings billigte das Gericht dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit zu. Die Haftstrafe fiel in dem Revisionsverfahren damit um zwei Jahre höher aus als im ersten Prozess.

Im Juli 2008 wurde der Angeklagte vom Aachener Schwurgericht wegen der selben Tat lediglich zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Damals bewertete das Gericht die Tat als Totschlag im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Diese Urteil wurde jedoch vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

Verteidigung kündigt Revision an

Der Vorsitzende Richter betonte nun in seiner Urteilsbegründung, das Opfer sei bei der Tat arg- und wehrlos gewesen. Damit sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Nach dem Mord habe der Angeklagte außerdem wenig Reue gezeigt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung kündigte nach dem Urteil Revision an.

Hintergrund der Tat war eine Beziehungskrise. Der Informatiker hatte seine chinesische Freundin jahrelang vor den Eltern im Sauerland verheimlicht - ihr gleichzeitig aber die Ehe versprochen. Schließlich wollte sie sich von ihm trennen. Dabei wurde sie von ihrer Freundin unterstützt. Als die beiden Frauen Aachen verlassen wollten, kam es am Bahnhof zur Tat.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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