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Urteil

Lebenslange Haft in Prozess um verdurstetes jesidisches Mädchen

Urteilsverkündung im Prozess um Tod von kleiner Jesidin in Frankfurt
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Der Iraker Taha Al-J. wird vor der Urteilsverkündung in den Saal im Frankfurter Oberlandesgericht geführt.

Ein fünfjähriges Mädchen verdurstet qualvoll in glühender Hitze auf einem Anwesen im Irak. Der Mann, der sie als Sklavin gehalten haben soll, wird nun verurteilt.

Frankfurt - Im Prozess um den Tod eines versklavten jesidischen Mädchens hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sprachen den Iraker Taha Al-J. am Dienstag (30.11.2021) des Völkermordes und eines Kriegsverbrechens mit Todesfolge für schuldig. Zudem muss er der Mutter des Mädchens Schadenersatz in Höhe 50.000 Euro zahlen. Der Vorsitzende Richter Christoph Koller sprach vom weltweit ersten Urteil wegen der Verbrechen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an der Minderheit der Jesiden. Während der Vorbemerkungen zur Urteilsbegründung sackte der Angeklagte im Saal zusammen, die Sitzung wurde unterbrochen.

Al-J. soll als mutmaßliches IS-Mitglied unter anderem zwischen Juli und September 2015 eine Jesidin und ihre Tochter als Sklavinnen gehalten und misshandelt haben. Um die Fünfjährige zu bestrafen, soll er sie bei glühender Hitze an ein Fenstergitter im Hof des Anwesens im irakischen Falludscha gefesselt haben, wo das Kind laut Anklage qualvoll verdurstete.

Jesidisches Mädchen verdurstet: Ex-Frau des Angeklagten schon verurteilt

Der IS verfolgte die Religionsgemeinschaft der Jesiden systematisch. Jennifer W., die ehemalige Frau von Al-J., mit der er nach islamischem Ritus verheiratet war, war im Oktober vom OLG München zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Als Zeugin im Prozess gegen Al-J. hatte sie ihren früheren Mann als gewalttätig beschrieben. Al-J. selbst hat sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht geäußert. (dpa)

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