Loveparade: Verursacher zahlt für Schäden

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Berlin - Bei der Duisburger Loveparade zahlt der Verursacher der Massenpanik für den entstandenen Schaden. Der muss aber erst gefunden werden. Doch es gibt auch eine gute Nachricht:

Der Verursacher müsse aber erst gefunden werden, sagte Christian Lübke, Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, am Montag in Berlin der Nachrichtenagentur DAPD. “Es kann sein, dass am Ende die Richter darüber ein Urteil fällen müssen.“ Für die Geschädigten der Mammutveranstaltung gebe es eine gute Nachricht, sofern das angesichts von 19 Toten und 342 Verletzten überhaupt möglich sei, erklärte Lübke. Lopavent als Organisator der Loveparade habe eine Veranstalterhaftpflicht gehabt. Das schreibe allein schon die Straßenverkehrsordnung vor, wenn öffentliche Straßen und Plätze von einer Veranstaltung tangiert seien. Die Kosten für die Behandlung der Verletzten strecke erst einmal die Krankenversicherung vor, erklärte Lübke. Die Kassen würden sich an den Veranstalter wenden. Geklärt werden müsse dann, wen möglicherweise eine Teilschuld treffe, wer Auflagen nicht befolgt oder nicht erlassen habe. “All das ist offen“, sagte Lübke. Die Klärung könne eine geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Bei Schuld voll schadenersatzpflichtig

“Wer haftet, wenn Besucher zu Schaden kommen, weil Ausgänge versperrt oder zu klein dimensioniert sind?“, fragten auch die Versicherer der Zurich Gruppe und erklärten: Grundsätzlich können alle Organisatoren in voller Höhe schadensersatzpflichtig gemacht werden, wenn sie die Funktion eines Veranstalters übernehmen und wenn sie die Verkehrssicherheitspflichten verletzt haben. “Entsprechend haftet jeder Veranstalter im Schadenfall in voller Höhe für den durch ihn verschuldeten Schaden.“ Die Haftpflichtversicherung decke sowohl Sach- und Vermögensschäden als auch Personenschäden, die im Zusammenhang mit der Veranstaltung entstehen. Zu den mitversicherten Nebenrisiken gehörten auch der Auf- und Abbau von Einrichtungen und technischen Geräten, erklärte die Zurich Gruppe Deutschland. Versichert seien auch fremde Unternehmen, die Veranstalter mit Arbeiten beauftragt.

Verletzte haben Anspruch auf Schmerzensgeld

Verletzte Teilnehmer haben auch Anspruch auf Schmerzensgeld. “Dabei wird auch die psychische Beeinträchtigung durch die traumatisierende Wirkung des Ereignisses eine Rolle spielen“, sagte Georg Bräuchle vom Versicherungsmakler Marsh, der im Eventgeschäft arbeitet, der “Financial Times Deutschland“. Hinzu kämen Behandlungskosten. Die Hinterbliebenen der getöteten Teilnehmer hätten ebenfalls Anspruch auf Schmerzensgeld, Unterhaltspflichtige auf eine angemessene Versorgung. “Der Veranstalter muss haften, wenn er seine Verkehrssicherungspflichten verletzt hat“, erklärte Bräuchle. Der Veranstalter müsse dafür sorgen, dass Zugang und Verlassen des Events sicher möglich seien. Er müsse darauf vorbereitet sein, dass mehr Gäste als erwartet kommen, und Maßnahmen ergreifen, um zum Beispiel eine Massenpanik zu verhindern. Er dürfe sich nicht einfach auf die Polizei verlassen.

DAPD

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