Mann angezündet: Lange Haftstrafe

Neubrandenburg - Die Tat war entsetzlich und das Opfer wird lebenslang an den Folgen leiden: Während eines Trinkgelages übergoss ein Neubrandenburger einen Mann mit Frostschutzmittel und zündete ihn an.

Sein Opfer schwebte mit schwersten Verbrennungen wochenlang in Lebensgefahr. Gut 60 Prozent seiner Haut waren zerstört, auch Teile seiner Ohren büßte der 53 Jahre alte Mann ein. Wegen versuchten Mordes verurteilte das Landgericht Neubrandenburg den 37-jährigen Täter am Montag zu zehn Jahren Haft und wies ihn zugleich in eine Alkoholentziehungsanstalt ein.

“Es war eine unmenschliche Tat“, sagte Richter Klaus Kabisch in der Urteilsbegründung. Die Kammer folgte genau dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verurteilte hatte die Tat bis zuletzt geleugnet. Sein Verteidiger forderte sogar Freispruch, weil die Polizei “tendenziös und einseitig ermittelt“ habe. “Die entscheidenden Beweismittel waren für uns die nach der Tat aufgezeichneten Telefongespräche des Verurteilten“, sagte Kabisch. Tatort war die eine Einzimmerwohnung in Neubrandenburg im vergangenen Sommer gewesen.

Beim gemeinsamen Trinken in der Wohnung sollen der Täter und das 53-jährige Opfer erst in Streit geraten sein. “Danach waren die beiden auf dem Balkon“, sagte der Wohnungsinhaber als Zeuge vor Gericht. Auf dem Balkon hatte der Ex-Kraftfahrer einen Kanister mit Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage stehen. Plötzlich stand der übergossene Mann in der Stube und brannte lichterloh.

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser