Mann ließ krebskranke Ehefrau verhungern - Bewährungsstrafe

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Halle - Weil er seine krebskranke Frau verhungern und verdursten ließ, ist ein 54-jähriger Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Das Amtsgericht Halle sprach ihn am Montag der fahrlässigen Tötung für schuldig. Es folgte damit den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, wie ein Sprecher der Behörde mitteilte.

Der Mann aus Löbejün im Saalekreis hatte nach Justizangaben gestanden, seine Frau nicht ausreichend versorgt und gepflegt zu haben. Bei ihrem Tod im September 2008 wog die 1,62 Meter große Frau nur noch 27 Kilogramm. Davor lag sie den Ermittlungen zufolge monatelang auf einem Sofa in der Küche und nahm in den letzten zwei Wochen vor ihrem Tod keinerlei Nahrung und keine Flüssigkeit mehr zu sich.

In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung des Angeklagten hieß es, er habe seine Ehefrau geliebt und vermisse sie sehr. Sie selbst habe jegliche medizinische Hilfe abgelehnt. Ihr Bruder bestätigte vor Gericht, dass seine Schwester keine ärztliche Hilfe wollte und ihm gegenüber angegeben habe, genügend zu essen zu bekommen.

Einem Gutachten zufolge wäre eine stationäre Einweisung noch einen Tag vor ihrem Tod mindestens lebensverlängernd gewesen. Auch bei Ablehnung ärztlicher Hilfe durch Betroffene seien Angehörige verpflichtet, bei einem derartigen Krankheitsverlauf medizinische Unterstützung zu holen, sagte der Gerichtssprecher zur Begründung des Urteils, das bereits rechtskräftig ist.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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