El-Sherbini-Prozess  unter Ausschluss der Öffentlichkeit

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Alex W. ist angeklagt, die Ägypterin Marwa El-Sherbini ermordet zu haben.

Dresden - Auf Antrag der Verteidiung wurde die Öffentlichkeit im Dresdner Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini am Donnerstag ausgeschlossen.

Lesen Sie auch:

Mordprozess: Angeklagter gibt Messerattacke zu

Marwa-Mord: Täter und Opfer trennten Welten

Ägypterin-Mord: Angeklagter "arrogant"

Marwa-Mord: Richter drückte sofort Alarmknopf

Ein Sachverständiger stellte sein Gutachten über den Angeklagten Alex W. in nichtöffentlicher Sitzung vor. Grund für den Ausschluss der Öffentlichkeit seien die schutzwürdigen Interessen des Angeklagten, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand zur Entscheidung der Kammer. So kämen auch Umstände aus dem persönlichem Lebensbereich wie Eigenschaften und Intimsphäre sowie der Geisteszustand zur Sprache. Nach vorläufiger Analyse hält der Gutachter den 28-Jährigen für schuldfähig.

Bilder vom Prozess

Fotos

Den Antrag auf nichtöffentliche Sitzung hatte Pflichtverteidiger Michael Sturm gestellt. “Der psychologische Geisteszustand ist einer der intimsten Teile des Persönlichkeitsrechts“, sagte er.

Alex W. muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts verantworten. Laut Anklage hat er in einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung am 1. Juli die schwangere Zeugin Marwa El-Sherbini aus Fremdenhass mit einem Messer getötet und ihren Mann lebensgefährlich verletzt. Alex W. hatte die Angriffe auf die beiden Ägypter in einer im Gericht verlesenen Erklärung gestanden, Ausländerfeindlichkeit als Motiv jedoch bestritten und von Reue kurz nach der Tat berichtet. Im Prozess schwieg er. Dem arbeitslosen Spätaussiedler droht eine lebenslange Haftstrafe.

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser