Medien müssen für Video von Möllemann zahlen

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Medien müssen für das Video von Müllemanns Sprung zahlen.

Karlsruhe - Der Streit um die Video-Aufnahmen vom tödlichen Fallschirmsprung des FDP-Politikers Jürgen Möllemann am 5. Juni 2003 geht in eine neue Runde.

Der Mann, der an Bord des Flugzeuges filmte, bevor der Politiker mit ungeöffnetem Fallschirm in den Tod sprang, hat am Donnerstag vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einen Etappensieg erzielt. Der private Nachrichtensender N24 und die “Bild“-Zeitung werden dem Filmer voraussichtlich Schadenersatz zahlen müssen, weil sie sein Video ohne Genehmigung am 29. Juni 2007 auf ihren Internetportalen zeigten. Der BGH sprach dem Filmer ein Auskunftsrecht zu. Die Boulevard-Zeitung und der Privatsender müssen ihm mitteilen, wie viele Werbeeinnahmen sie am Sendetag erzielten. Einen Anteil davon müssen sie dem Urheber zahlen.

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Wie hoch die Summe letztendlich ist, wird jedoch erst in einem zweiten Schritt des Gerichtsverfahrens entschieden. Wie das Video an die Medien kam, ist bis heute unklar. Zunächst hatte die Polizei die Aufnahmen ausgewertet. Später meldete sich ein Verkäufer und bot “Bild“ das Video gegen Geld an. Das Blatt kaufte und gab das Material an N24 weiter. Nach der Ausstrahlung im Jahr 2007 klagte der Urheber auf Schadenersatz. Nach geltendem Recht kann er verlangen, dass ihm der Gewinn zufließt, den die Medien durch die unzulässige Ausstrahlung erzielten. Bei Internetauftritten liegt der Gewinn in den Werbeeinahmen.

Der für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat sprach dem Filmer jetzt grundsätzlich einen Anteil aus den Werbeeinahmen des Sendetages zu. Dass die Werbeverträge lange vor Ausstrahlung des Möllemann-Videos geschlossen worden waren, ändere daran nichts. Der Fall wurde an das Oberlandesgericht Hamm zurückverwiesen. Dort wird nun weiter darüber gestritten, wie viel Geld der Filmer erhält. (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof I ZR 122/08 und I ZR 130/08)

DAPD

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