Auto rast in Schützen-Umzug: Zwei Tote

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Ein Bild des Schreckens bot sich den Einsatzkräften.

Menden - Tragödie beim Schützenfest: Ein älterer Autofahrer ist im sauerländischen Menden in einen Umzug der Sankt-Hubertus-Schützen gefahren und hat zwei Menschen getötet.

Ein Video des Unfallsfinden Sie unter diesem Link
beim Westfälischen Anzeiger.

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Zunächst hieß es, bei der Tragödie seien drei Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei korrigierte ihre Angaben am späten Sonntagabend nach unten. Als Unfallursache schloss die Polizei zudem einen Schwächanfall des Autofahrers nicht mehr aus. Laut Polizei wurden bei dem Unfall ein 69-jähriger und ein 40-jähriger Mann getötet, 14 Personen schwer und 37 Personen leicht verletzt. Der Unfallverursacher wurde ebenfalls schwer verletzt.

Die Polizei wollte am Montag klären, ob der 79-jährige Fahrer, der mit seinem Auto in den Umzug gerast war, vernommen werden kann. Davon erhofft sie sich Aufschluss über die Ursache des Unfalls.

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Der 79-jährige Fahrer wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Er soll so bald wie möglich zu dem schrecklichen Geschehen befragt werden. Die Hintergründe des Unglücks sind noch völlig unklar. Vier Menschen werden nach Polizeiangaben mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Dutzende erlitten Schocks oder leichte Verletzungen. Bei den drei Opfern handele es sich um Mitglieder der Schützenbruderschaft St. Hubertus, sagte ein Polizeisprecher.

Bilder vom Unglück

Bilder: Auto rast in Schützenumzug

Der Mann war am Nachmittag mit einem schwarzen Wagen mit örtlichem Kennzeichen des Märkischen Kreises in das Ende des Festumzugs gerast und erst nach einer ungebremsten Fahrt von etwa 50 Metern zum Stehen gekommen. Gestoppt wurde der Wagen erst durch ein zur Absicherung des Umzugs auf der Straße geparktes Polizeifahrzeug, das zu diesem Zeitpunkt unbesetzt war. “Die Kollegen hatten Glück und standen neben dem Wagen“, sagte ein Polizeisprecher. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Polizeiauto noch in einen weiteren, am Straßenrand stehenden Wagen gedrückt.

Trotz des regnerischen Wetters war die Jubiläums-Veranstaltung zum 60-jährigen Bestehen der Schützenbruderschaft gut besucht gewesen. Zahlreiche Teilnehmer und Besucher standen unter Schock. Neben den Mendener Schützen hatten auch befreundete Vereine an dem Festumzug teilgenommen. Großeinsatz für Rettungskräfte Im Einsatz waren fünf Rettungshubschrauber und mindestens sieben Rettungswagen mit mehr als 10 Notärzten.

Das Unglück ereignete sich vor dem Festplatz, wo der Schützenverein St. Hubertus Menden-Nord an diesem Wochenende sein Jubiläumsschützenfest feierte. “Aus diesem Grund war der Festumzug in diesem Jahr auch besonders lang“, berichtete Johannes Ismar vom benachbarten Schützenverein Schwitten. Ein Augenzeuge sagte dem dpa- Audiodienst: “Ich habe nur den Knall gehört und die Leute fliegen sehen und dann war's auch schon vorbei.“

“Ein schwarzer Mercedes raste in die Menge und plötzlich flogen Menschen durch die Luft“, berichtete der Wirt des Restaurants “Bei Ivo“ in Menden, Ivo Bitangar (72), der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Wir sind fassungslos. Die Leute haben geschrien und sind umhergelaufen, es war schrecklich“, sagte der Wirt, dessen Lokal in unmittelbarer Nähe zum Unfallort liegt. “Man fühlt sich so hilflos“, sagte der 72-Jährige, der seinen Gastraum für die Unterbringung von Verletzten räumte.

dpa/ap

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