Mitschüler  erstochen: Gefängnisstrafe

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Recklinghausen - Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Mitschüler ist ein 18-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Mutter des Opfers ist entsetzt über die Milde der Strafe.

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Nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Mitschüler während einer Klassenfahrt ist ein 18-Jähriger aus Recklinghausen am Mittwoch zu vier Jahren und drei Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Die Bluttat passierte am Abend des 6. Oktober 2009 an der Strandpromenade von Calella (Spanien).

Der Angeklagte hatte einem Mitschüler (18) mit einem zuvor gekauften Butterflymesser in den Hals gestochen. Das Opfer starb vier Tage nach der Tat in einem spanischen Krankenhaus. Richter Gerald Sacher, Vorsitzender der 1. Recklinghäuser Strafkammer des Bochumer Landgerichts, sagte im Urteil: “Der Angeklagte hat ganz schwere Schuld auf sich geladen.“

Mutter: "Ich bin entsetzt, wie milde das Urteil ist"

Die Eltern des Opfers reagierten mit Empörung auf das Urteil. Sie warfen den Richtern vor, den Angeklagten nicht hart genug bestraft zu haben. Vor der Urteilsverkündung wurde ein Plakat gezeigt, auf dem ein Foto ihres Sohnes zu sehen war. Daneben war mit großen Buchstaben geschrieben: “Ich wurde geboren, um zu leben.“ Die Mutter sagte auf dem Gerichtsflur: “Ich bin entsetzt, wie milde das Urteil ausgefallen ist.“ Die Entscheidung der Richter sei ein “Schlag ins Gesicht“.

Täter und Opfer gehörten zu einem Recklinghäuser Berufskolleg. Im Oktober 2009 waren sie gemeinsam mit etwa 70 Schülern zu einer Reise nach Nordspanien aufgebrochen. Bereits am ersten Abend hatte es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gegeben. Dabei soll es auch zu einem Kopfstoß des Angeklagten gekommen sein. Danach herrschte unter den Schülern eine aufgeladene Atmosphäre.

Im Prozess hatte der 18-Jährige die Bluttat gestanden, eine Tötungsabsicht allerdings bestritten. Für die Richter gab es jedoch keine Zweifel. Sie verurteilten den Angeklagten wegen Totschlags.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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