Mittelmeer: Deutsche Marine rettet 45 Schiffbrüchige

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Der Tender Mosel der Bundesmarine: Am Freitag musste die deutsche Marine Schiffsbrüchigen vor der libanesischen Küste zur Hilfe kommen.

Beirut - Deutsche Marinesoldaten haben vor der libanesischen Küste 45 Schiffbrüchige gerettet, nachdem ein Frachter mit 83 Menschen und Tausenden von Tieren an Bord gekentert war.

Nach Angaben eines Bundeswehrsprechers zogen die Besatzungsmitglieder des Versorgungsschiffes “Mosel“ und des Minenjagdbootes “Laboe“ auch vier Leichen aus den Fluten des Mittelmeeres. “Der Sturm hat die Rettungsaktion natürlich kompliziert gemacht, aber wenigstens ist es in dem Gebiet im Moment nicht so kalt, deshalb wurden auch so viele Überlebende gefunden“, sagt der Sprecher.

Als die Retter am Donnerstagabend in dem Gebiet eintreffen, ist die Lage zunächst extrem unübersichtlich. Es ist dunkel. Um sie herum türmen sich bis zu vier Meter hohe Wellen auf. Überall treiben tote Schafe im Wasser. Die Seeleute, die von den Helfern aus dem Wasser geholt werden, sind völlig erschöpft.

Die deutschen Soldaten lieferten die von ihnen geretteten Besatzungsmitglieder am Freitagmorgen in der libanesischen Hafenstadt Tripoli ab, wo sie medizinisch behandelt werden. Danach fahren die Marinesoldaten direkt zurück ins Einsatzgebiet, um nach weiteren Überlebenden zu suchen.

Das Frachtschiff “Danny F II“ war am frühen Donnerstagabend rund 20 Kilometer vor der Küste gesunken. An der Suche nach mehreren Dutzend Vermissten beteiligen sich am Freitag auch die libanesische Marine, ein syrisches Handelsschiff und ein italienisches Kriegsschiff. Nach Angaben der libanesischen Polizei ist der Kapitän des Frachters unter den Toten. Er hatte kurz bevor das Schiff kenterte noch einen Notruf an die libanesische Küstenwache abgesetzt.

Das Schiff war mit Tausenden von Schafen an Bord auf dem Weg von Uruguay nach Syrien gewesen und sollte ursprünglich den Hafen Tartus anlaufen. Nach Angaben der syrischen Hafenbehörden war dies jedoch wegen des Sturms nicht möglich. Der Kapitän nahm daraufhin Kurs auf die libanesische Küste. Mit der Besatzung und den sechs Passagieren gingen auch die Schafe über Bord. Nach libanesischen Angaben kamen die meisten Besatzungsmitglieder des Frachters, der unter der Flagge Panamas fuhr, aus Pakistan und von den Philippinen. Unter den 83 Menschen an Bord, die sich während der rund dreiwöchigen Reise auch um die Tiere kümmern mussten, waren auch Staatsbürger aus Großbritannien, Australien, Russland, dem Libanon, Syrien und Uruguay.

Die Deutsche Marine ist vor der libanesischen Küste seit 2006 im Einsatz. Sie gehört der Flotte der UN-Friedenstruppe (UNIFIL) an, die den Waffenschmuggel in den Libanon verhindern soll. Der Einsatz ist nicht unumstritten. Kritiker argumentieren, die pro-iranische Hisbollah-Miliz beziehe ihre Waffen ohnehin auf dem Landweg via Syrien.

dpa

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