Mixa: Missbrauch auch wegen sexueller Revolution

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Bischof Mixa macht die sexuelle Revolution für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche mitveranbtwortlich.

Augsburg - Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat die sexuelle Revolution für den Missbrauch von Minderjährigen mitverantwortlich gemacht. Grünen-Chefin Claudia Roth warf ihm deshalb vor, die Opfer zu verhöhnen.

Der katholische Geistliche sagte: “Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.“ Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warf Mixa mit Blick auf die jüngst bekanntgewordenen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche eine Verhöhnung der Opfer vor. Mit seinen “unseligen Äußerungen“ stelle der Bischof das Interesse der Kirche an einer Aufklärung der Fälle in Frage, sagte Roth der “Augsburger Allgemeinen“.

Die katholische Kirche forderte sie auf, “sich in aller Schärfe von diesen Entlastungsversuchen ihres Bischofs zu distanzieren“. Mixa, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit pointierten öffentlichen Äußerungen Kritik auf sich gezogen hatte, sagte der Zeitung, in den vergangenen Jahrzehnten habe es gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit gegeben, “die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt“. Grundsätzlich sei sexueller Missbrauch von Minderjährigen jedoch “leider ein verbreitetes gesellschaftliches Übel, das in vielfältigen Erscheinungsformen von der Familie bis zur Schule oder zum Sportverein auftritt“.

Zu dem Vorwurf, dass die Kirche die Täter geschützt und die Opfer ignoriert habe, sagte der Bischof: “Ich schließe natürlich nicht aus, dass auch in der Kirche mancher Verantwortliche in der Vergangenheit gegenüber Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen zu blauäugig war und unberechtigter Weise auf eine Besserung des Täters in einem anderen Aufgabenfeld gesetzt hat. Da sind kirchliche Verantwortungsträger möglicherweise auch einem Zeitgeist aufgesessen, der selbst im Bereich des staatlichen Strafrechts Resozialisierung statt Strafe propagierte.“

DAPD

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