Mord im Gericht: Ausländerhass war das Motiv

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Tatort Landgericht: Der Angeklagte stach 16 Mal zu

Dresden - Das Motiv für die tödliche Messerattacke im Dresdner Landgericht war nach Überzeugung der Ermittler Ausländerhass.

 Gegen den 28-jährigen Deutschrussen, der bereits in Untersuchungshaft sitzt, wird wegen Mordes ermittelt. Bereits in wenigen Monaten soll Anklage erhoben werden. Avenarius sagte, der Beschuldigte sei nach bisherigen Erkenntnissen ein Einzelgänger.´

Opfer schon vergangenes Jahr beleidigt

Die Frau war von dem Beschuldigten bereits Mitte 2008 auf einem Spielplatz als “Islamistin“, “Terroristin“ und “Schlampe“ beleidigt worden. Die Muslimin hatte deswegen Anzeige gegen ihn erstattet und war als Zeugin geladen. Avenarius sagte, er habe sich bereits beim ersten Beleidigungs-Prozess als Ausländerhasser zu erkennen gegeben, für den Menschen aus der arabischen Welt “keine beleidigungsfähigen“ Personen seien. Es habe dennoch nichts darauf hingedeutet, dass er nun in diesem Maße gewalttätig werden könnte.

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Angeklagter ersticht Zeugin im Gerichtssaal

Der bislang nicht vorbestrafte Russlanddeutsche kam 2003 aus dem russischen Perm nach Deutschland. Avenarius sagte, unklar sei auch noch, ob er durch Chauvinismus in Russland oder deutsche Rechtsextremisten geprägt worden sei. Die Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen in dem Fall in wenigen Monaten zum Abschluss bringen und dann Anklage erheben. Es seien inzwischen auch Zeugen vernommen worden, die zur Tatzeit im Gerichtssaal gewesen seien. Die ägyptische Familie hielt sich laut “Sächsischer Zeitung“ im Rahmen eines Stipendiums ihrer Regierung seit vier Jahren in Dresden auf. Der Mann arbeitete als Pharmakologe am Max-Planck-Institut, seine schwangere Frau war in einer Apotheke beschäftigt. Die Familie wollte laut dem Bericht mit ihrem dreijährigen Sohn in einem Vierteljahr in die Heimat zurückkehren.

ap

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