Mord im Rockermilieu: Ermittlungserfolg

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Mehr als 1000 Motorradfahrer des Motorradclubs "Outlaws" fahren in einem Korso zur Beerdigung ihres Club-Führungsmitgliedes.

Mainz/Mettenheim - Eine Woche nach der Ermordung eines führenden Mitglieds des Motorradclubs “Outlaws“ hat die Polizei einen 42-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Mainz mitteilten, erfolgte die Festnahme am Donnerstagabend durch Spezialeinheiten in der Pfalz. Rund 2.000 Trauergäste, darunter etwa 1.000 Motorradfahrer aus dem ganzen Bundesgebiet, nahmen in einer Trauerfeier im rheinhessischen Mettenheim am Freitag Abschied von dem Getöteten.

Wie die Polizei weiter berichtete, wurden bei der Razzia am Donnerstagabend mehrere Wohnungen in der Südpfalz und in Baden -Württemberg durchsucht. Weitere Festnahmen habe es allerdings nicht gegeben.

Der 42-jährige Tatverdächtige kam in Untersuchungshaft. Ob er ebenfalls aus dem Rockermilieu stammt, ließ die Polizei auch auf Nachfrage offen und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Der Getötete war Präsident der regionalen Untergliederung Donnersberg der “Outlaws“. Der 45-Jährige war am vergangenen Freitag gegen 23.55 Uhr an der Landesstraße 386 bei Stetten im Donnersbergkreis schwer verletzt neben seinem Motorrad aufgefunden worden. Das Opfer wurde mit den Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, wo er noch in der Nacht zum Samstag starb.

Die Obduktion ergab, dass der Mann nicht an den Folgen eines Unfalls starb, sondern ermordet wurde. Zur Art der Verletzungen macht die Polizei derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

Motorradcorso bei Trauerfeier

Rund 1.000 Rocker gaben dem Getöteten am Freitag unter anderem mit einem Motorradcorso in Rheinhessen die letzte Ehre. Nach Polizeiangaben kam es zu keinen Zwischenfällen. Es sei alles friedlich geblieben, sagte Polizeisprecher Achim Hansen.

Die “Outlaws“ wurden nach eigener Darstellung 1935 in McCook, einem Vorort von Chicago gegründet und sind damit einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Der deutsche Zweig geht auf die nach eigener Darstellung 1973 im fränkischen Kitzingen gegründeten “Ghost Riders“ zurück, die sich 2001 den “Outlaws“ anschlossen. Der Club hat im Bundesgebiet knapp 40 regionale Untergliederungen, die sogenannten Chapter.

ap

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