Mordfall um Autokäufer: Paar auf Party geschnappt

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Die dunkle Gasse neben der Kinder-Akademie.

Fulda - Im Mordfall um einen 17-jährigen Autokäufer hat die Polizei in Fulda am Montagabend erste konkrete Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben. Ein Mann und eine Frau gingen den Fahndern ins Netz.

“Intensive Ermittlungen“ führten die Beamten am Montagabend auf die Spur eines 38 Jahre alten Mannes aus Mittelhessen sowie einer acht Jahre jüngeren Frau, die ebenfalls dort ansässig sei. Zu den genauen Umständen kündigte das Polizeipräsidium Osthessen für Dienstag um 14 Uhr eine Pressekonferenz an. Nach Informationen der Fuldarer Zeitung wurde das Paar am Rande einer Geburtstagsparty festgenommen. An der Aktion war auch das Sondereinsatzkommaendo aus Kassel beteiligt.

Die Sonderkommission “Eller“ gehe davon aus, dass der 17 Jahre alte Kaufinteressent aus München und dessen Freund (19) bei dem Autogeschäft ausgeraubt werden sollten, hatte ein Polizeisprecher am Montag noch vor den Festnahmen gesagt. Zunächst hatte den Beamten nach eigenen Angaben eine konkrete Spur nach dem Mörder gefehlt. Die beiden jungen Männer aus München hatten sich für Freitag im Internet mit dem vermeintlichen Täter zum Autokauf verabredet und waren mit dem Zug nach Fulda gefahren. Sie stammen aus einer rumänischen Großfamilie und hatten im Auftrag eines Onkels, der in München einen Autohandel betreibt, einen VW-Bus zu einem Schnäppchenpreis von knapp 15 000 Euro kaufen wollen. Treffpunkt war ein Schnellrestaurant am Bahnhof in Fulda.

Der Täter hatte die beiden jungen Münchner von dort auf einen Parkplatz an der Fuldaer Kinderakademie gelockt, wo das Auto zu sehen sein sollte. Nachdem sie dort etwa eine dreiviertel Stunde auf den angeblichen Verkäufer gewartet hatten, zog der Mann gegen 19.40 Uhr plötzlich unvermittelt eine Pistole und schoss mehrfach aus kurzer Distanz auf den 17-Jährigen, wie dessen geflüchteter Begleiter sagte.

Der Jugendliche brach schwer verletzt zusammen und starb trotz der Hilfe eines Notarztes etwa zwei Stunden später in einem Krankenhaus. Der 19-Jährige, der das Geld für das Auto bei sich trug, konnte weglaufen und die Polizei alarmieren. Der Täter entkam mit einem 5er-BMW mit Konstanzer Kennzeichen (KN). Am Wochenende kamen nach Polizei-Angaben rund 300 Angehörige des Opfers nach Fulda, um den Tod des jungen Mannes zu betrauern. Mittlerweile hätten sie alle wieder die Stadt verlassen. “Der am Samstag obduzierte und mittlerweile freigegebene Leichnam müsste nun auf dem Weg zurück nach München sein“, sagte der Polizeisprecher.

dpa

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