Mordprozess Sybille: Angeklagter gesteht Tat

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Mit Pumpen wird von Mitgliedern der Visselhöveder Feuerwehr am Ortsrand von Visselhövede ein Teich trockengelegt (Archivfoto vom 24.07.2002). In dem Teich war die Leiche der 16-jährigen Schülerin Sybille S. mit Spuren von Gewalteinwirkungen gegen Oberkörper und Kopf gefunden worden.

Verden - Mehr als sieben Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Schülerin Sybille hat ein 40 Jahre alter Angeklagter vor Gericht die Tat zugegeben.

Bei einem Streit sei es zum Kampf gekommen, dabei habe er die Schwester seiner Ex-Freundin umgebracht, sagte der Mann am Dienstag zum Auftakt des Mordprozesses vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden. Die Schülerin aus Visselhövede bei Rotenburg war im Juli 2002 von einem Disco-Besuch nicht nach Hause gekommen. Zwei Tage später wurde ihre Leiche gefunden.

Der Angeklagte bestritt, dass er mit dem Mädchen Sex haben wollte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, Sybille nach einem Discobesuch in einen Wald gelockt zu haben, um mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben. Als sich die 16-Jährige gewehrt habe, habe er sie ermordet, sagte die Anklagevertreterin. Der 40-Jährige erklärte dagegen, er habe mit Sybille gestritten, weil sie ihm nicht helfen wollte, seine Ex-Freundin zurückzugewinnen. Er habe den Kopf der Schülerin so lange unter Wasser gedrückt, bis sie starb.

Lange hatten die Ermittler dem 40-Jährigen die Tat nicht nachweisen können. Den Ausschlag für seine Festnahme in diesem Jahr gab schließlich die Aussage einer anderen Ex-Freundin, von dem Angeklagten vergewaltigt worden zu sein. Dabei hätten sich Parallelen zum Fall Sybille gezeigt, sagte die Staatsanwältin.

dpa

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