Aus rund 15 Metern Höhe

Dramatische Szenen: Mann flieht vor Abschiebung – und stürzt von Hausdach

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In Münster wurde ein 41-jähriger Tunesier auf der Flucht vor der Bundespolizei schwer verletzt. (Symbolbild)

Einen Schockmoment erlitten Passanten in Westfalen am Samstag: In der Nähe eines Bahnhofes fiel ein Mann vom Dach eines Hauses – und stürzte rund 15 Meter in die Tiefe.

  • In Münster kam es zu einem dramatischen Zwischenfall
  • Ein Mann stürzte von einem Hausdach 12 bis 15 Meter in die Tiefe
  • Er war vor einer Kontrolle durch die Bundespolizei geflohen

Update vom 19. November 2019: Vier Tage nach dem schweren Vorfall in Münster schwebt der 41-Jährige nicht mehr in Lebensgefahr. Dies bestätigt Karsten Bente von der Bundespolizei auf Nachfrage von msl24.de*. Der Tunesier war am Samstag während einer Personenkontrolle durch Beamte der Bundespolizei am Hauptbahnhof geflüchtet. Er hatte sich zunächst auf einem Hausdach versteckt und war rund 15 Meter in die Tiefe gestürzt.

Wie Bente weiter berichtet, war im Vorfeld ein Strafverfahren gegen den Mann eingeleitet worden. Ihm wird vorgeworfen, wiederholt gegen eine gegen ihn verhängte Wiedereinreisesperre verstoßen zu haben. Zudem sei er per Haftbefehl gesucht worden. Die Landespolizei hat gemeinsam mit der Ausländerbehörde den Fall übernommen, wie Bente bestätigt. Ob der schwer verletzte 41-Jährige freiwillig vom Dach in Münster sprang oder durch einen Unfall abstürzte, ist weiterhin unklar.

Münster: Mann flieht vor Abschiebung – und stürzt von Hausdach

Münster – Eine Kontrolle der Bundespolizei in Münster endete am Samstag mit schwerwiegenden Folgen für einen 41-Jährigen. Der Mann wurde von den Beamten um 9 Uhr am Hauptbahnhof im Rahmen einer Identitätsfeststellung kontrolliert. Er gab zunächst falsche Personalien an – und ergriff dann unerwartet die Flucht, wie die Bundespolizei berichtet.

Münster: Mann stürzt nach Flucht von Hausdach

Der 41-Jährige rannte in Richtung Innenstadt von Münster. An der Achtermannstraße kletterte der Mann an einer Hausfassade hoch und versteckte sich auf dem Dach. Die Beamten verloren ihn zunächst aus den Augen und leiteten eine Fahndung in diesem Bereich ein, wie msl24.de* berichtet.

Doch dann stürzte der Gesuchte plötzlich rund 12 bis 15 Meter von dem Hausdach in Münster in die Tiefe und schlug auf dem Boden auf. Die Beamten der Bundespolizei bekam den Vorfall unmittelbar mit: Sie leisteten sofort erste Hilfe und benachrichtigen den Notarzt.

Flucht vor Abschiebung in Münster: 41-Jähriger schwer verletzt

Der Mann erlitt bei dem Sturz schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. "Er befindet sich bis auf Weiteres in stationärer Behandlung", wie die Bundespolizei berichtet. Auch ein Zeuge musste sich vorsorglich in ärztliche Behandlung begeben: Er hatte den Vorfall in Münster mitangesehen und wurde durch den Anblick traumatisiert. Ein weiterer Passant war ebenfalls Zeuge des Geschehens geworden. 

Wie es zu dem Sturz in Münster kommen konnte, ist derzeit noch nicht geklärt. Die Bundespolizei konnte jedoch inzwischen ermitteln, dass der Mann per Haftbefehl gesucht wurde: Er ist tunesischer Staatsbürger und soll abgeschoben werden

Auch in einer anderen Stadt in der Region kam es zu einem Zwischenfall aufgrund einer drohenden Abschiebung: Eine Flüchtlingsunterkunft in Coesfeld musste evakuiert werden, als sich ein dort lebender, dreifacher Familienvater aus dem Iran in seinem Zimmer einschloss, wie msl24.de* berichtet. Der Mann sollte ohne seine Familie nach Dänemark rücküberstellt werden – doch er widersetzte sich der Abschiebemaßnahme und drohte damit, sich etwas anzutun.

"Racial Profiling" und "Angsträume": Links-Bündnis aus Münster übt Kritik

Nach dem Vorfall meldete sich die "Antifaschistische Linke" aus Münster zu Wort. Über Twitter sprach das Bündnis davon, dass der 41-Jährige Opfer von "Racial Profiling" geworden sei: Alle, die nicht "deutsch" aussehen, gerieten verstärkt in den Fokus von Personenkontrollen. Das sei vor allem am Hauptbahnhof ein Problem: Die Gegend sei durch Politik und Medien zum "Angstraum" stilisiert worden – mit "wissenschaftlich fragwürdigen Methoden". 

So könnten Polizei und Ordnungsbehörden fast ungehindert agieren und würden durch "Racial Profiling", Razzien und Ingewahrsamnahmen ein Klima von Frust und Angst verstärken. "Welche Folgen ein solches Klima der Angst und Repression hat, zeigte sich am Samstag. Eine Polizei, die so auftritt, dass Menschen die Flucht über Dächer antreten, ist nicht Teil der Lösung", schließt das Bündnis und fordert von der Stadt, dass Münster endlich ein "echter Ort der Zuflucht" werden müsse.

Erst vor wenigen Monaten war es zu einem dramatischen Vorfall gekommen, als ein Mann am Hauptbahnhof Münster damit drohte, von einem Mast zu springen. Wie msl24.de* berichtet, kam es zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr.

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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