Mutmaßlicher Serienvergewaltiger festgenommen

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Düsseldorf - 19 Jahre lang hat sich ein Familienvater an Frauen in Altenheimen und Studentenwohnungen vergangen. Nun ist der mutmaßliche Serienvergewaltiger gefasst worden.

Nach jahrelanger Jagd auf einen trickreichen Serienvergewaltiger hat die Polizei jetzt einen Verdächtigen in der Eifel festgenommen. Der 45 Jahre alte Familienvater gelte als dringend tatverdächtig und sitze in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Krefelder Polizei am Montag. Eine DNA-Analyse soll klären, ob er tatsächlich der Täter ist. Der Mann soll sich in den vergangenen 19 Jahren in Deutschland, Belgien und den Niederlanden mit einer Mitleidsmasche in fremde Häuser eingeschlichen und dort Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt haben. Ihm werden etwa 70 Sexualverbrechen vorgeworfen.

In der vergangenen Woche war auch mit Hilfe der ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY ... ungelöst“ nach dem Mann gefahndet worden. Den entscheidenden Hinweis auf die Festnahme lieferte aber nun ein Polizist aus dem belgischen Eupen. Er erinnerte sich daran, dass er vor einigen Jahren wegen eines Diebstahls gegen einen Mann ermittelt hatte, der eine ähnliche Mitleidsmasche wie der gesuchte Sexual- Straftäter benutzt hatte: Er gab sich als behindert aus und bat um Hilfe beim Urinieren. Der Mann war damals jedoch nicht verhaftet worden.

Der Polizist informierte seine Eupener Kollegen, die sich um Sexualstraftaten kümmern. Sie zeigten daraufhin mehreren Opfern des Sexual-Straftäters Fotos des Mannes, gegen den ihr Kollege seinerzeit wegen Diebstahls ermittelt hatte. Vier der Opfer erkannten ihn wieder. Mit einem Europäischen Haftbefehl wurde der Mann schließlich am Samstag in seinem Wohnort im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel festgenommen und sitzt seitdem in Koblenz in Untersuchungshaft. Den deutschen Behörden ist der Mann, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, bereits wegen anderer Sexualdelikte bekannt.

Mittels DNA-Analyse muss nun untersucht werden, ob der Verdächtige wirklich der gesuchte Serienvergewaltiger ist. Dazu wird die in neun Fällen am Tatort gefundene DNA mit der des mutmaßlichen Täters verglichen. Das Ergebnis wird nach Polizeiangaben erst in einigen Tagen vorliegen. Sollte die Identität feststehen, muss noch geklärt werden, wo gegen den Mann verhandelt wird. “Wir prüfen nun, ob die Voraussetzungen für eine Auslieferung gegeben sind“, sagte der stellvertretende Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, Harald Kruse, auf Anfrage.

dpa

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