Zeugen: Mutmaßlicher Taximörder war gewalttätig

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Völlig vermummt erschien der mutmaßliche Taximörder vom Bodensee vor Gericht.

Konstanz - Geistig zurückgeblieben, gewalttätig und aggressiv - so haben Zeugen im Prozess um den Taximord vom Bodensee den 28-jährigen Angeklagten beschrieben.

Dem Russlanddeutschen wird vor dem Landgericht Konstanz vorgeworfen, am 9. Juni 2010 in Hagnau eine 32-jährige Taxifahrerin erstochen und sie anschließend vergewaltigt zu haben. Am 8. Juni soll er in Singen bei Konstanz eine 44-jährige Taxichauffeurin lebensgefährlich verletzt und vergewaltigt haben. Seine Ex-Freundin hatte bei der Polizei ausgesagt, er habe sie mit dem Tode bedroht, wenn sie ihn verlassen würde. Außerdem habe er sie mehrfach geschlagen und gewürgt. Zur Sprache kamen am vierten Verhandlungstag auch die schlechten schulischen Leistungen des Angeklagten in einem russischen Internat und sein Scheitern bei seiner Berufsbildung in Deutschland.

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Mutmaßlicher Taximörder total vermummt vor Gericht

Die Schule bescheinigte ihm “Oligophrenie auf der Stufe der Debilität“, was nach Angaben des psychiatrischen Gutachters so viel wie Schwachsinnigkeit bedeutet. Bei der Verlesung der Beurteilungen durch seine früheren Lehrer erlitt der 28-Jährige, der jede Aussage verweigert, im Saal einen Schwächeanfall. Der Gutachter sprach von einer “vegetativen Reaktion“ auf die Konfrontation mit seiner Kindheit. Mehrere Verwandte gaben Familiengerüchte wieder, nach denen der 28-Jährige zwischen 2007 und 2010 in Russland im Gefängnis gesessen haben soll. Eine Bestätigung der russischen Justiz dafür hat das Gericht jedoch bisher nicht.

Die Staatsanwaltschaft geht von nekrophilen Neigungen des Angeklagten aus. Auf seinem Laptop fanden Polizisten schockierende Bilder von Toten verbunden mit Pornos, die er nach dem Mord in Hagnau angeschaut haben soll. Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte vier Tage vor den Bluttaten aus seiner alten Heimat an den Bodensee zurückgekehrt und hatte bei einer Tante in Friedrichshafen Unterschlupf gefunden. Gefasst worden war er am 13. Juni bei Verwandten in Senftenberg (Brandenburg). Auf seine Spur hatte eine DNA-Probe geführt, die von ihm 2007 in Singen wegen Diebstählen genommen worden war.

dpa

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