Nach TV-Doku: Neurodermitis-Salbe kommt in den Handel

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„Regividerm“ soll Neurodermitis-Patienten - wie diesem Kind - helfen. Szenenbild aus der TV-Doku „Heilung unerwünscht - Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“, vom Montag, 19. Oktober im Ersten.

Köln - Fast 20 Jahre nach ihrer Entwicklung und einer viel beachteten TV-Dokumentation kommt Mitte November die Salbe „Regividerm“ gegen die weit verbreitete Hautkrankheit Neurodermitis auf den Markt.

Die in drei Studien klinisch getestete Salbe sei ohne Cortison weitgehend nebenwirkungsfrei und ohne Rezept in deutschen Apotheken erhältlich, sagte eine Sprecherin der Herstellerfirma Regeneratio Pharma (Remscheid) der dpa. 20 Jahre lang habe die Firma zunächst erfolglos versucht, einen großen Hersteller für das günstige Präparat zu finden. Mediziner äußerten sich auf Anfrage teilweise vorsichtig optimistisch, warnten aber vor Euphorie oder überzogenen Erwartungen.

Weltweites Interesse nach WDR-Film

Nach der WDR-Dokumentation “Heilung unerwünscht“, die am vergangenen Montag in Ersten gezeigt wurde, habe es weltweite Nachfragen zu der Salbe Regividerm gegeben, schreibt Regeneratio auf seiner Homepage. Das Produkt gebe Regeneratio nun zusammen mit der Schweizer Pharmafirma Mavena selbst auf den Markt, auch in Österreich und der Schweiz. Das Mittel soll gegen Ekzem-Beschwerden bei Neurodermitis und Schuppenflechte helfen, unter denen in Deutschland acht Millionen Menschen leiden.

Positives Medien-Echo zu Salbe „Regividerm“

Seit Tagen berichten Medien - teils extrem positiv, teils skeptisch - über die Salbe. Ein Mediziner und ein Chemiker hatten die Creme - bestehend vor allem aus Vitamin B12 und Avocado-Öl - laut WDR-Film in ihrer Wuppertaler Wohnung vor rund 20 Jahren erfunden und bei einer erkrankten Freundin mit Erfolg getestet.

Es folgten eine Studie an der Ruhr-Universität Bochum mit 48 Beteiligten und zwei weitere Untersuchungen mit kleiner Patientenzahl. Der an der Bochumer Studie beteiligte Experte Markus Stücker sagte der dpa, das neue Präparat sei eine “zusätzliche Option, aber sicher kein Zaubermittel“. Die Untersuchung in Bochum 2004 habe bei den meisten Patienten gezeigt, dass die Salbe helfen könne.

dpa

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