Nach U-Haft: Jugendlicher verprügelt Freundin

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Hamburg - Erst vor eineinhalb Monaten wurde der 17-jährige Schläger aus der Untersuchungshaft entlassen, jetzt hat er schon wieder brutal zugeschlagen. Diemal war seine Freundin das Opfer.

Der Jugendliche, der im sogenannten 20- Cent-Prozess wegen der Tötung eines Mannes angeklagt ist, verletzte seine 18 Jahre alte Freundin auf einem Hamburger Schulhof schwer. Er stieß die junge Frau zu Boden, würgte sie, schlug und trat auf sie ein, teilte die Polizei am Sonntag mit. Er habe erst von der 18- Jährigen abgelassen, als mehrere Lehrer dazwischen gingen. Die junge Frau kam mit einem Beinbruch sowie Prellungen an Kopf und Oberkörper in ein Krankenhaus. Die Tat ereignete sich bereits am Donnerstag. Der 17-Jährige kam in Untersuchungshaft.

Der Tatverdächtige war erst im Mai nach mehr als sechs Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil der Totschlagsprozess gegen ihn und einen Mitangeklagten geplatzt war. Der 17-Jährige ist zusammen mit einem weiteren Jugendlichen angeklagt, weil beide einen 44 Jahre alten Dachdecker aus nichtigem Grund zu Tode geprügelt und getreten haben sollen.

Verhandlung wegen Vulkanasche geplatz

Sie hatten in der Nähe eines S-Bahnhofs 20 Cent von ihm erbetteln wollen, er hatte abgelehnt. Der Anklage zufolge wurde der 44-Jährige dann so heftig geschlagen, das er mit dem Hinterkopf auf den Boden aufschlug. Danach sollen die Täter auf den Mann eingetreten haben. Knapp vier Wochen später starb er an seinen schweren Kopfverletzungen.

Die bereits laufende Verhandlung war im April geplatzt, weil eine Richterin wegen der Vulkanaschewolke und dem Flugverbot über weiten Teilen Europas im Spanien-Urlaub festsaß. Dadurch wurden wichtige Fristen versäumt, so dass der Prozess neu aufgerollt werden und die Jugendlichen entlassen werden mussten.

In der Öffentlichkeit und bei den Angehörigen des 44 Jahre alten Opfers hatte die Entlassung der Jugendlichen aus der U-Haft Empörung ausgelöst.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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