Nachterstedt: Hinweise auf alte Militärgeheimanlagen

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Die Siedlung Nachterstedt nach dem Erdrutsch.

Magdeburg - Möglicherweise gab es nahe des Tagebaus bei Nachterstedt, wo vor einem Jahr Erdmassen abstürzten und drei Menschen starben, im Zweiten Weltkriegs eine Chemieanlage.

Die Bergbausanierungsgesellschaft LMBV lässt prüfen, ob es im Zweiten Weltkrieg unweit des verheerenden Erdrutsches in Nachterstedt geheime militärische Anlagen gab. Mit einer Anfrage an das Militärstaatsarchiv gehe man entsprechenden Hinweisen nach, sagte am Freitag eine Sprecherin der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft der Nachrichtenagentur DAPD. Bisher sei über derartige Altlasten in der Region allerdings nichts bekannt.

Die “Frankfurter Rundschau“ bezieht sich auf einen Geheimbericht der US-Armee aus dem Jahr 1945, laut dem vor Kriegsende auf einem Industriegelände in der Nähe des damaligen Tagebaus bei Nachterstedt eine Chemieanlage gestanden haben soll. Sie befinde sich in einer Liste, die eine US-Militäreinheit im Februar 1945 aufgrund von Aussagen eines deutschen Kriegsgefangenen erstellt habe.

Der Tagebau Concordia bei Nachterstedt gehörte demnach dem Chemiekonzern IG Farben, der auch Sprengstoff und Giftgase wie Zyklon B und Tabun produzierte. Ein streng bewachtes unterirdisches Lager habe sich in der Nähe der Siedlung “Auf der Halde“ befunden, in der vor einem Jahr gewaltige Erdmassen abstürzten und mehrere Häuser und in ihnen drei Menschen in die Tiefe rissen. Anlässlich des Jahrestages des Unglücks wird am Sonntag in Nachterstedt der Opfer gedacht und eine Gedenkstätte eingeweiht.

dapd

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