Nervenkrieg in Viernheim dauert an

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auch 24 Stunden nach den explodierten Bomben in Viernheim und Weinheim hat sich der Täter verschanzt.

Viernheim - Auch nach fast 24 Stunden ist im Nervenkrieg um einen Bombenleger im südhessischen Viernheim kein Ende in Sicht: Der 44-Jährige hält sich noch immer in seiner Wohnung verschanzt.

“Wir versuchen, das weiter über Verhandlungen zu lösen und arbeiten sehr intensiv daran“, sagte Polizeisprecher Markus Sabais am Donnerstagmorgen. Am frühen Mittwochmorgen hatte der Mann mehrere Sprengsätze gezündet. Ein 32 Jahre alter Familienvater erlitt leichte Verletzungen, als er eine Scheibe einschlug, um sich mit seiner 31 Jahre alten Frau und seinen beiden Kindern ins Freie zu retten.

Bilder vom Einsatz in Weinheim und Viernheim

Sprengstoffkommando in Weinheim und Viernheim

Lesen Sie auch:

Bombenleger liefert sich Nervenkrieg mit der Polizei

Explosion: Polizei verhandelt mit Bombenleger

Explosion in Weinheim und Viernheim

Die Polizei vermutet, dass der mutmaßliche Täter noch weitere Sprengsätze bei sich trägt und hat weiterhin das Haus weiträumig umstellt. Sie will offensichtlich den 44-Jährigen, der bei der Tat eine Gasmaske und einen Tarnanzug trug, mürbe machen. Rund eine Stunde vor dem Anschlag in Viernheim hatte der Mann möglicherweise auch eine Explosion im benachbarten Weinheim in Baden-Württemberg ausgelöst. An beiden Orten entstand erheblicher Sachschaden.

Das Motiv ist unklar

Das Motiv der Taten ist unklar, die Polizei wollte sich dazu vorerst nicht äußern. Nach Informationen von “bild.de“ behauptet der Handwerker, dass ihm mehrere Kunden Geld schulden. Außerdem soll es um Mietstreitigkeiten gehen. Zum Verhältnis zwischen Täter und Opfern sowie einem möglichen Motiv sagte die Polizei zunächst aber nichts. Klar sei nur, dass der 44-Jährige und die Familie nicht verwandt seien, und dass es sich um einen privaten Hintergrund handle, ein politisches Motiv sei auszuschließen.

Die Einsatzkräfte sperrten das Haus weiträumig ab. Da man davon ausgehen musste, dass der 44-Jährige in dem Gebäude noch mehr Sprengmittel deponiert hat, wurden auch 19 Gebäude in der Nachbarschaft evakuiert. Die rund 100 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, kamen für die Nacht bei Freunden oder Bekannten unter oder die Stadt sorgte für eine Unterkunft.

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser