Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes 

Neue Dunkelzifferstatistik: Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen in Deutschland angestiegen

Die Anzahl von Mädchen und Frauen, die in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind, ist im Jahr 2018 erneut angestiegen.

Berlin - Die Zahl der in Deutschland lebenden Frauen und Mädchen, die von Genitalverstümmelung betroffen sind, hat sich nach Hochrechnungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes in diesem Jahr auf 65.000 erhöht. Dies seien zwölf Prozent mehr als im vergangenen Jahr, teilte Terre des Femmes am Dienstag in Berlin mit. Darüber hinaus seien mindestens 15.500 Mädchen hierzulande gefährdet, einer Genitalverstümmelung unterzogen zu werden. Dies bedeute einen Anstieg um 17 Prozent.


Terre des Femmes veröffentlicht seit 20 Jahren diese Dunkelzifferstatistik. Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle erklärte, die Zahl der betroffenen Frauen und Mädchen steige seit Jahren auch in Deutschland. Neben Gesetzen und Strafverfolgung seien insbesondere auch Präventionsarbeit und der Schutz von Gefährdeten wichtig.

Für die Dunkelzifferstatistik wendet Terre des Femmes die vom UN-Kinderhilfswerk Unicef ermittelten Prozentzahlen der Betroffenen in deren Heimatland auf die Anzahl der hier lebenden Mädchen und Frauen an und berücksichtigt dabei etwa auch, ab welchem Alter die Mädchen und Frauen nach Deutschland kamen. Nach eigenen Angaben könnte die tatsächliche Dunkelziffer die vorgelegten Zahlen noch übersteigen.


Lesen Sie auch: Polizei findet abgetrennte weibliche Geschlechtsteile in Kühlschrank von diesem Mann.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / Arno Burgi/dp / Arno Burgi

Kommentare