Neue Grippe: Schon 1.500 Fälle in Deutschland

Frankfurt/Main -  Die Neue Grippe breitet sich in Deutschland rasant aus. Laut Robert-Koch-Institut waren zum Stichtag am vergangenen Freitag insgesamt 1.469 Infektionen gemeldet.

Bei der letzten Meldung vom 15. Juli seien es erst 834 gewesen. Allerdings könne der rasante Anstieg auf eine technische Umstellung der Meldungen zurückgehen. Ärzte warnten aber vor den Folgen einer Doppelinfektion und rieten Urlaubern zu vorsorglichen Impfungen.

Ob der deutliche Anstieg der Schweinegrippe-Fälle hierzulande ein anhaltender Trend sei, könne aktuell noch nicht festgestellt werden, erklärte das Institut. Neben der technischen Umstellung nannte das RKI auch den vergleichsweise hohen Anteil von Fällen, die auf Reiserückkehrer insbesondere aus Spanien zurückgingen. Hinzu komme, dass durch die technische Umstellung auch Fälle neu ausgewiesen würden, bei denen selbst keine Labordiagnose durchgeführt worden sei, die aber Kontakt zu anderen laborbestätigten Erkrankten gehabt hätten.

"In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mild verlaufen", erklärte das Institut. Den Experten zufolge muss mit weiteren Erkrankungen gerechnet werden. Bei einer größeren Verbreitung seien zudem schwere Verläufe zu erwarten.

Angesichts der rasanten Ausbreitung raten Ärzte Urlaubern je nach Reiseziel zu vorsorglichen Impfungen etwa gegen Hepatitis A oder Masern. Denn eine gleichzeitige Ansteckung mit H1N1 und einer anderen Infektionskrankheit erhöht nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten drastisch das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

"Die meisten Menschen, die bislang an der neuen Grippe gestorben sind, waren durch Vorerkrankungen körperlich geschwächt", berichtete Thomas Löscher vom Tropeninstitut in München am Montag. In Großbritannien etwa breite sich die Schweinegrippe sehr schnell aus, zugleich gebe es im Nordwesten des Landes gehäuft Masern-Fälle.

Urlauber mit diesem Reiseziel sollten daher gegen Masern geimpft werden, sofern sie nicht früher bereits daran erkrankt waren oder aber geimpft wurden.

Im Mittelmeerraum, in Osteuropa und Nordafrika bestehe ein erhöhtes Infektionsrisiko für eine Hepatitis-A-Infektion, beispielsweise durch verunreinigte Lebensmittel wie Muscheln und Schalentiere, sagte der Professor. Auch hier sollten sich Reisende vor ihrem Urlaub gegen eine mögliche Infektion schützen.

Eine Impfung gegen die Neue Grippe wird voraussichtlich erst im Herbst zur Verfügung stehen. Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, die bei den geplanten Massenimpfungen auch bevorzugt behandelt werden sollen. "Wer sich jetzt im Urlaub eine infektiöse Leberentzündung einfängt oder eine schwere Durchfallerkrankung, der kann bei einer Ansteckung mit dem Erreger der Neuen Grippe vermehrt gefährdet sein, ähnlich wie Patienten mit einer chronischen Erkrankung", erklärte Löscher. Das sei den meisten Urlaubern gar nicht bewusst.

Vorsorge- und Hygiene-Tipps gibt das RKI im Netz unter wir-gegen-viren.de.

ap

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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