Oktoberfest: Riesenandrang am ersten Wochenende

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Am ersten Wochenende strömten mehr als eine Million Besucher auf die Wiesn.

München - Das Oktoberfest hat am ersten Wochenende über eine Million Besucher aus aller Welt angelockt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind so streng wie nie. Und die erste Bierleiche gab es schon vor dem Anstich.

“O'zapft is“! Das Münchner Oktoberfest hat begonnen. Am ersten Wochenende kamen mehr als eine Million Gäste, und mehr als eine Million Maß Bier rannen durch durstige Kehlen. “Die Stimmung ist einfach großartig, die Besucher in bester Feierlaune und Petrus schickt als Geburtstagsgeschenk das perfekte Wiesn-Wetter“, zog Festleiterin Gabriele Weishäupl am Sonntag eine erste Bilanz des größten Volksfestes der Welt, das dieses Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert.

Es ist die erste rauchfreie Wiesn. “Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert“, sagte Wirtesprecher Toni Roiderer. Manche seien beim Rauchen in den Boxen oder unter dem Tisch erwischt worden und hätten sich entschuldigt. Einige Uneinsichtige hätten aber des Zeltes verwiesen werden müssen.

Wiesn-Anstich: Tausende warten vor den Zelten

O'zapft is: Ansturm auf die Jubiläums-Wiesn

Vor allem viele Besucher aus dem Ausland strömten gleich am ersten Wochenende auf das Festgelände. Nicht nur aus Europa, sondern auch aus Russland, Australien, den USA und China kamen mehr Gäste als sonst - und auch sie zeigen sich immer öfter in Dirndl und Lederhose.

Angeführt vom Münchner Kindl hoch zu Ross zog am Sonntag einer der größten Trachtenumzüge der Welt zum Oktoberfest. Prächtige Gespanne, historische Gewänder und strahlender Sonnenschein - rund 8600 Trachtler, Schützen, Fahnenschwinger und Kapellen marschierten zur Festwiese unter der Bavaria. In festlich geschmückten Ehrenkutschen fuhren Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) mit ihren Ehefrauen mit.

Mit nur zwei Schlägen hatte Ude am Samstag das erste Bierfass angezapft und mit Seehofer auf eine friedliche Wiesn 2010 angestoßen - die erste frisch gezapfte Maß Bier gebührt traditionell dem bayerischen Regierungschef. Ude trug Lederhosen, Seehofer nicht. “Ich bin nicht so gut gebaut wie der Oberbürgermeister“, gab der Ministerpräsident zu. Zum Jubiläum verfolgten als Vertreter des Hauses Wittelsbach Herzog Max und Herzogin Elizabeth in Bayern das Anstich-Zeremoniell.

Historische Wiesn mit 65.000 Gästen

Ein echtes bayerisch-sächsisches Brautpaar erinnert dieses Mal an die Ursprünge der Wiesn, die aus der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810 entstand. Der 29-jährige Markus Huttner in blauer Uniform mit goldenen Epauletten und Christin Berger im weißen Brautkleid nach historischem Vorbild repräsentierten das Prinzenpaar. Es sei wie im Märchen, sagte die 25-jährige Braut. Kennengelernt haben sich der Bayer und die Sächsin aber nicht auf dem Oktoberfest sondern beim Zahnarzt - die Braut ist Zahnarzthelferin.

Auf einer historische Wiesn im Südteil der Theresienwiese erinnern historische Buden, Fahrgeschäfte und ein nach alten Rezepten gebrautes Bier an die Geschichte - knapp 45 000 Maß davon wurden am ersten Wochenende getrunken, 65 000 Gäste kamen zur Jubiläumswiesn.

55 Besucher wegen Alkoholexzessen behandelt

Die Sicherheitsvorkehrungen sind so streng wie noch nie, für die Besucher war davon aber kaum etwas zu spüren. Es sei stichprobenartig kontrolliert worden, hieß es bei der Polizei. Größere Zwischenfälle blieben aus, allerdings gab es gleich am ersten Tag drei Maßkrugschlägereien. Auch den ersten Taschendieben legte die Polizei das Handwerk. Acht Festnahmen und vier Verletzte sind die polizeiliche Bilanz des ersten Tages.

Auf der Sanitätsstation des Bayerischen Roten Kreuzes mussten 55 vorwiegend junge Besucher wegen Alkoholexzessen behandelt werden, zehn weniger als im vergangenen Jahr. “Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte BRK-Sprecher Gisbert Frühauf. Dafür gab es dieses Mal die erste Bierleiche schon vor dem ersten Bier. Ein 19-Jähriger hatte durchgefeiert und brach schon vor der offiziellen Eröffnung zusammen.

dpa

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