Wetterwarnung

Schon fünf Sturmtote in Deutschland

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Teile der Fassade eines Universitätsgebäudes in Göttingen (Niedersachsen) liegen auf mehreren Fahrzeugen.

Hamburg - Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 162 Kilometern pro Stunde ist Orkantief „Christian“ am Montag über Deutschland gefegt. Seit Sonntag starben mindestens fünf Menschen durch den Sturm.

Auf einer Landstraße bei Schortens in Niedersachsen sei am Montag ein Baum auf das Auto einer Frau gestürzt, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Fahrerin, die in Richtung Jever unterwegs war, sei an der Unfallstelle gestorben. Der Herbststurm hatte auch schon andere Autoinsassen, einen Segler und einen Angler getötet.

"Das Schlimmste ist durch"

Der Spitzenwert von bis zu 162 Kilometern pro Stunde wurde am Montagnachmittag auf dem Brocken im Harz gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog blies der Orkan mit bis zu 158, auf der Hallig Hooge südlich von Sylt mit 148 Stundenkilometern. „Das Schlimmste ist jetzt aber durch“, sagte ein DWD-Meteorologe am Nachmittag.

Der erste große Herbststurm des Jahres ziehe nach Osten ab und sorge für eine leichte Wetterberuhigung. Im Laufe der Woche soll der Wind bundesweit abflauen. Lediglich an der See muss noch mindestens bis zum Mittwoch mit stürmischen Böen gerechnet werden.

Bahn stellt Regionalverkehr in Schleswig-Holstein ein

Am Nachmittag wurde der komplette Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein wetterbedingt eingestellt. Auch auf den Strecken von Berlin nach Hannover und von Berlin nach Hamburg kam es nach Angaben der Bahn wegen orkanartiger Windböen zu Verspätungen und Ausfällen im Regional- und Fernverkehr. Wie viele Züge genau betroffen waren, stand noch nicht fest.

Starke Beeinträchtigungen gebe es auch in Hamburg, wo die S-Bahn betroffen sei, sowie in Niedersachsen, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. Auch Linien des Regionalverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern wurden eingeschränkt.

Autobahn in Thüringen teilweise gesperrt

Orkantief „Christian“ hat auf einem Teil der Autobahn 71 in Thüringen den Verkehr lahmgelegt. Der Abschnitt zwischen Ilmenau-West und Gräfenroda wurde am Montagmittag vorläufig in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Bei starkem Wind mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde hatten sich zuvor mehrere Lastwagen quergestellt. Nach Angaben der Autobahnpolizei warf eine Böe außerdem den Anhänger eines Pkw um. Verletzt wurde niemand, wie ein Sprecher sagte. Die Strecke mit zwei Brücken ist als sehr windanfällig bekannt.

Unwetter in Norddeutschland

Sturmtief wütet in Deutschland und Europa

Trotz der Orkanböen ist "Christian" nach Angaben der Wetterexperten "nur ein kräftiger Herbstorkan", der sich nicht in die Reihe der großen Stürme des vergangenen Jahrhunderts einreihen werde. Sturmtiefs wie "Kyrill" hätten ein wesentlich höheres Schadenspotenzial gehabt, erklärte DWD-Experte Christian Herold. Der Höhepunkt des Sturms wurde in Deutschland am frühen Nachmittag erwartet, bevor das Orkantief schnell weiter Richtung Skandinavien zieht.

Frau bei Sturm in Amsterdam von Baum erschlagen

Wegen eines schweren Herbststurms ist eine Frau in Amsterdam ums Leben gekommen. Sie wurde am Montag in der Innenstadt an einer Gracht von einem umstürzenden Baum getroffen, wie die Polizei mitteilte. Zwei Menschen in einem Auto seien zudem schwer verletzt worden, nachdem ein Baum auf sie gefallen war. In Amsterdam riefen die Behörden am Montag die Bürger auf, in ihren Wohnungen zu bleiben.

In weiten Teilen der Niederlande war der Verkehr behindert. Am Flughafen Schiphol wurden Dutzende Flüge annuliert. Eine Fähre aus dem englischen Newcastle mit rund 1000 Passagieren an Bord konnte den nordniederländischen Hafen in Ijmuiden nicht erreichen und wartete noch am Nachmittag auf das Ende des Sturms auf offener See ab. Der Zugverkehr rund um die niederländische Hauptstadt wurde wegen umgefallener Bäume zunächst stillgelegt.

In der Nacht zum Montag hatten Herbststürme in Teilen Europas große Schäden angerichtet. Zahlreiche Flüge nach Großbritannien waren ausgefallen, weil der heftigste Herbststurm seit Jahren über die Insel fegte.

So wird der Rest der Woche

Am Mittwoch werden bundesweit nur noch Werte zwischen 8 und 14 Grad erreicht. Nachts gibt es in den Mittelgebirgen und den Alpen leichten Frost. Auch am Donnerstag bleibt es kühl. Dazu regnet es immer wieder.

dpa/AFP

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