19-Jähriger angeschossen - Polizeipräsident verteidigt Zivilbeamten

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Berlin - Der gezielte Schuss eines Berliner Zivilpolizisten auf einen 19-jährigen Angreifer in der Nacht zum Sonntag war nach Einschätzung von Polizeipräsident Dieter Glietsch gerechtfertigt.

“Er ist so schwer attackiert worden, zu Boden gebracht worden, dass er sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als mit seiner Waffe einen Warnschuss abzugeben“, sagte Glietsch am Montag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Die beiden jungen Männer, die den Polizisten aus einer Gruppe heraus angriffen, hätten trotz des Warnschusses nicht von ihm abgelassen. Erst der Schuss in den Unterschenkel des einen Mannes habe sie gestoppt.

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Vor ihrem Angriff hätten die Täter den Zivilpolizisten nicht als Polizeibeamten erkannt, sagte Glietsch. Als er um 1.30 Uhr in einem kleinen Park überfallen wurde, hätte er sich mit lauten Rufen alsPolizist ausgewiesen. Die Täter hätten aber weiter auf ihn eingeprügelt. Der Polizist habe dann einmal zur Warnung und kurz darauf gezielt geschossen. Einer der Angreifer habe dem am Boden liegenden Polizisten die Pistole aus der Hand getreten. Die Waffe wurde erst am Tag wiedergefunden. Die Täter setzten laut Glietsch keine Waffen ein.

Einen Zusammenhang mit Gewalttaten aus der linksradikalen oder autonomen Szene gebe es nicht, sagte Glietsch. Die Ermittlungen deuteten klar auf einen versuchten Raubüberfall hin. Die beiden Angreifer und drei Komplizen wurden nach ihrer Festnahme wieder freigelassen. Der angeschossene Mann kam ins Krankenhaus.

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft verteidigte die Schüsse. Der Berliner Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, sagte dem Radiosender 104.6 RTL: “Das muss ein klares Signal sein: Wer Polizisten angreift, der muss auch damit rechnen, dass die Schusswaffe gebraucht wird.“

dpa

Rubriklistenbild: © ap

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