Vierfachmord: Schulfreund sagt im Eislingen-Prozess aus

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Die vierköpfige Familie war am 10.04.2009 erschossen aufgefunden worden. Ein Freund des überlebenden Sohnes hat in zwischen gestanden, die Tat gemeinsam mit diesem begangen zu haben.

Ulm - Am Mittwoch ist der Prozess um den Vierfachmord von Eislingen fortgesetzt worden. Die Richter befragten den mitangeklagten Schulfreund des Sohnes der getöteten Familie.

Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Der mitangeklagte Schulfreund des Sohnes habe sich zunächst zu seinem Lebenslauf geäußert, sagte sein Pflichtverteidiger Georg Gracza in einer Verhandlungspause.

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Am dritten Verhandlungstag wollte sich der Schulfreund nach Graczas Angaben auch zu den Mordvorwürfen und zum Einbruch in ein Eislinger Schützenheim äußern, bei dem die zwei Angeklagten die Tatwaffen gestohlen haben sollen. “Wir kommen aber nur schleppend voran“, sagte Gracza. Der Angeklagte antworte nur in Wortfetzen.

Bei der Polizei hatte der 19-Jährige den Vierfachmord bereits gestanden. “Wir waren das zusammen“, sagte er früheren Polizeiangaben zufolge. Er führte die Polizei auch zum Versteck mit den Tatwaffen in einem Wald. Mitte Oktober hatte er vor Gericht Angaben zu Diebstählen und Einbrüchen gemacht, die den beiden Angeklagten ebenfalls vorgeworfen werden.

Eigentlich sollte auch der Sohn der getöteten Familie erstmals aussagen. Doch sein Anwalt Hans Steffan sagte am Mittwochmorgen, zwar werde er seinem Mandanten erneut raten, geständige Angaben zu machen - jedoch erst, wenn das psychiatrische Gutachten vorliegt. Dieses sei noch immer nicht vollständig.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, die Eltern und die beiden erwachsenen Schwestern des zur Tatzeit 18-Jährigen in der Nacht zum Karfreitag mit 30 Schüssen getötet zu haben.

Das Motiv soll Habgier sein. Laut Anklage wollte der Sohn 256 000 Euro seiner Mutter allein erben. Die Anwälte bestreiten das. Außerdem sollen die Männer die beiden Tatwaffen und weitere 15 Waffen bei einem Einbruch in ein Schützenheim gestohlen haben. Darüber hinaus sollen sie in eine Schule eingebrochen sein und einen Computer und einen Beamer entwendet haben. Die Verhandlung findet ohne Zuschauer statt, nur wenige Journalisten dürfen den Prozess verfolgen. Doch auch sie waren während der Vernehmung des Schulfreundes nicht im Saal zugelassen. Nur die Eltern durften bei seiner Aussage dabei sein.

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