Riesa setzt Zeichen gegen NPD-Verlag

+
Hans und Sophie Scholl, Gründer bzw. Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" an der Münchner Universität, wurden nach einer Flugblattaktion gegen die Herrschaft des NS-Regimes am 18.2.1943 verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 22.2.1943 in München-Stadelheim hingerichtet (Archivbild).

Riesa - Die sächsische Stadt Riesa hat am Samstag ein Zeichen gegen die rechtsextreme NPD gesetzt und deren Verlag “Deutsche Stimme“ eine neue Anschrift zugewiesen.

In einer Feierstunde wurde aus der bisherigen Mannheimer Straße die Geschwister-Scholl-Straße. Riesa wolle kein “gemütlicher Ort“ für die “Deutsche Stimme“ sein, sagte Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (CDU) vor rund 250 Bürgern und Vertretern von Parteien, Kirchen, Schulen und anderen Organisationen.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Riesa gehe auch in Erinnerung an den mutigen Widerstand von Sophie und Hans Scholl gegen die Nazidiktatur gegen undemokratische Ideologien vor. Die Straßen-Umbenennung hatte der Stadtrat im Juni beschlossen. Die Geschwister Scholl gehörten zur Münchner Widerstandsgruppe “Weiße Rose“. Sie waren 1943 beim Verteilen von Flugblättern von der Gestapo verhaftet, später zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Der Verlag “Deutsche Stimme“ sitzt seit zehn Jahren in Riesa.

Mit der Umsiedlung kamen auch viele NPD-Funktionäre nach Sachsen, das als Hochburg der rechtsextremen Partei gilt. 2009 war der NPD dort zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik der Wiedereinzug in einen Landtag gelungen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser