Weltrekord: Waschbär wandert 300 Kilometer weit

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Lauffreudiger kleiner Kerl: Dieser Waschbär wanderte 300 Kilometer. Der bisherige Streckenrekord lag bei 98 Kilomtern.

Goldenbaum/Bremen - Ein Waschbär aus dem Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern ist fast 300 Kilometer Luftlinie weit gewandert.

Das sei die längste Wanderung weltweit, die bisher dokumentiert wurde, sagte der Leiter des Forschungsprojekts "Waschbär", Frank-Uwe Michler.

Das Tier war bei Goldenbaum mit einer Ohrmarke und einem Sender versehen worden und auf der Suche nach einer Partnerin. "Der elf Monate alte Rüde wurde in Oerel bei Bremen gefangen, 285 Kilometer weiter." Bisher habe der Streckenrekord bei 95 Kilometern Luftlinie gelegen, sagte Michler. Dieses Tier sei dann allerdings überfahren worden. Das Projekt läuft sei 2006.

Bei seinem "Rekordmarsch" ist der Waschbär Michler zufolge vermutlich insgesamt rund 800 Kilometer umhergelaufen. "Männchen sind reproduktionsorientiert. Sie wandern immer weiter, um ein geeignetes Weibchen zu finden", erklärte der Experte von der Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz. Jährlich gingen vom Müritz-Nationalpark aus etwa 500 Waschbärrüden auf Wanderschaft.

"Sie schwärmen in alle Himmelsrichtungen aus", beschrieb Michler das Phänomen. Dabei wandern die Tiere schnurstracks geradeaus und überqueren Äcker, Bahngleise, Autobahnen und Bundesstraßen. "Bei den Weibchen ist das anders, diese achten auf gute Lebensbedingungen und laufen nicht weiter als nötig", sagte Michler.

Er und seine Kollegen fangen, kennzeichnen und beobachten die Tiere in einem Teilgebiet des Nationalparks. Dort leben zwischen Sümpfen, kleinen Seen und uralten Bäumen rund 1000 Waschbären. "Es ist - im Gegensatz zu den Waschbären in städtischen Gebieten - das am dichtesten besiedelte natürliche Waschbärvorkommen in Europa", erläuterte Michler.

Das in Oerel gefangene Männchen sei so weit westlich gefunden worden wie kaum ein Waschbär zuvor in Deutschland. Das Tier mit der Nummer 5002 habe sich bereits im Herbst 2006 auf den Weg nach Niedersachsen gemacht. 2007 ging er einer Jägerin in die Falle. Die Forscher erfuhren davon allerdings erst jetzt. "Weiter nördlich oder westlich gab es bisher nur ganz vereinzelte Waschbär-Nachweise", sagte Michler.

Zum Müritz-Nationalpark

Quelle: rosenheim24.de

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