Rockerkrieg offiziell beendet

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Zwei Vertreter der verfeindeten Motorradclubs Hells Angels, Frank H. (l) und Bandidos, Peter M. (r) legen vor Anwalt Götz von Fromberg (M) ihren Rockerkrieg bei.

Hannover - Kurz vor Beratungen über ein Verbot, haben die verfeindeten Rockergruppen Hells Angels und Bandidos ihren internen Bandenkrieg offiziell für beendet erklärt.

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Per Handschlag wollten Vertreter beider Seiten ihre Vereinbarung am Mittwochnachmittag medienwirksam in einer Rechtsanwaltskanzlei in Hannover inszenieren - unmittelbar vor den Beratungen der Innenminister über ein bundesweites Verbot der Banden.

Auslöser der Verbotsdiskussion war der tödliche Schuss eines Hells-Angels-Mitglieds auf einen Polizisten in Rheinland-Pfalz im März. Auch in Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern hatte es immer wieder blutige Auseinandersetzungen gegeben. Erst im April waren im Norden zwei Vereine der “Hells Angels“ und “Bandidos“ verboten worden.

Das sind die Hells Angels:

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Polizeiliche Ermittler beobachten den “Friedensschluss“ mit großer Skepsis. “Wir werden sehen, ob in diesem Umfeld keine Straftaten mehr geschehen, ob es im Bereich Drogenhandel und Menschenhandel einen Rückgang geben wird. Das müsste ja zwangsläufig der Fall sein“, sagte Bernhard Witthaut, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen, der Nachrichtenagentur dpa. “Ich halte diesen Friedensschluss im Hinblick darauf, dass die Innenminister über ein Verbot beraten wollen, letztlich für eine taktische Maßnahme.“

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht den Rockerfrieden skeptisch: “Es handelt sich hierbei um reine Augenwischerei“, sagte Ulbig der Nachrichtenagentur dpa. “Wir gehen auch weiterhin von der Gefährlichkeit der Rockerbanden und der damit verbundenen kriminellen Energie in diesem Milieu aus. Wir müssen hier deutlich Flagge zeigen und diesem Phänomen entschieden entgegentreten.“

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) rechnet allerdings nicht damit, dass es zu einem schnellen Verbot der Rockerbanden kommt. “Das erwarte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte er der dpa. Die öffentliche Diskussion darüber sei kontraproduktiv. “Die hilft nur den Rockergruppen selber“, sagte Schünemann. Er betonte, ein Verbot sei keine grundsätzlich politische Entscheidung.

Für ein Verbot müsse bewiesen werden, dass Straftaten von den Rockergruppen ausgehen. “Das ist nicht überall gegeben. Und bei einem bundesweiten Verbot muss auch nachgewiesen werden, dass es klare Führungsstrukturen gibt, dass die Ortsgruppen miteinander verbunden sind“, erklärte Schünemann.

Der Friedensschluss der Rocker sollte in der Kanzlei von Rechtsanwalt Götz von Fromberg zelebriert werden, der gute Kontakte zu Promis wie Sänger Udo Lindenberg, SPD-Politiker Sigmar Gabriel oder Scorpions-Sänger Klaus Meine pflegt. Der Rechtsanwalt vertritt den Anführer der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth (45), schon seit längerem.

Zwischen den Rockerbanden war es immer wieder zu Gewaltexzessen und Bluttaten gekommen. Dabei soll es unter anderem um die Vormachtstellung beim Drogenhandel und im Rotlichtmilieu gegangen sein.

dpa

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