EU sagt Arzneimittelfälschern den Kampf an

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Die EU will gegen Arzneimittelfälscher

Brüssel - Die EU will Medikamentenfälschern das Handwerk legen und Sicherheitsmerkmale und Qualitätssiegel für Internetapotheken einführen. Die wichtigsten neuen Regeln:

Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments beschloss am Dienstag einen entsprechenden Kommissionsvorschlag. Die für Juni geplante Verabschiedung im Parlament gilt damit nur noch als Formsache.

Die wichtigsten neuen Regeln:

- Jede verschreibungspflichtige Arzneimittelpackung muss künftig mit europaweit einheitlichen Sicherheitsmerkmalen gekennzeichnet sein.

- Die Schachteln werden beim Verkauf gescannt, um sicherzustellen, dass es sich um das Originalprodukt handelt. Dies soll eine lückenlose Rückverfolgung der Pillen vom Ladentisch bis zum Hersteller ermöglichen.

- Für Internetapotheken wird ein Qualitätssiegel eingeführt. Das Logo wird von den nationalen Aufsichtsämtern autorisiert und soll auf der Homepage der Online-Apotheken erscheinen. Das Logo ist mit öffentlichen Listen verlinkt, damit sich niemand illegal damit schmückt.

- Der sogenannte Parallelhandel, bei dem Händler Medikamente in einem Mitgliedsstaat billig einkaufen und in einem anderen teurer verkaufen, bleibt zugelassen. Allerdings wird das Zerschneiden oder Öffnen von Tablettenblistern oder Flaschen untersagt.

“Wir können das Risiko, dass ein gefälschtes Arzneimittel in die Hände von Patienten gelangt, deutlich verringern“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der europäischen Konservativen (EVP), Peter Liese. Die Zahl der Fälschungen habe in den vergangenen Jahren “bedrohlich zugenommen“, sagte die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt. “Es war daher dringend notwendig, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“

dapd

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