21-Jährige gesteht Amokdrohungen gegen Schule

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Erfurt - Eine 21 Jahre alte Frau hat vor dem Erfurter Amtsgericht Amokdrohungen gegen ihre damalige Schule gestanden.

Sie habe die beiden E-Mails geschrieben, sich aber nichts dabei gedacht, sagte sie zum Prozessauftakt am Dienstag. Sie habe keinen Hass auf die Schule gehabt und sei eine gute Schülerin gewesen. Die Tat könne sie sich nur mit ihrer unerwarteten Schwangerschaft erklären, sagte die junge Mutter, die heute - wie eine mitangeklagte 20-Jährige - eine andere Schule besucht. Die 21-Jährige, die wegen Störung des öffentlichen Friedens angeklagt ist, hatte im November 2008 in einer E-Mail an die Schule mit “Rache und Vergeltung“ gedroht.

Die 20-Jährige ist wegen Beihilfe angeklagt. Sie hat nach ihren Aussagen mit der älteren Angeklagten über eine Droh-Mail gesprochen und dann den Text der 21-Jährigen korrigiert. Die bis dahin unbescholtenen Schülerinnen hatten zuvor im Fernsehen einen Film über Amokläufe gesehen. Sie habe nicht geglaubt, dass die 21-Jährige die Mails abschicken würde. Die 20-Jährige will von dem Versenden der Texte nichts gewusst haben. Die Polizei hatte die Mails zu einem Computer in einer öffentlichen Bibliothek in Erfurt zurückverfolgen können.

Nach Bekanntwerden der ersten Drohung am 25. November war die Schule für einen Tag geschlossen worden. Danach konnten Lehrer und Schüler das Gebäude nur über eine Sicherheitsschleuse betreten. Zeitweise waren mehr als 100 Polizisten mit dem Fall beschäftigt. Mehr als 250 Zeugen wurden befragt.

Nach dem Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium vor siebeneinhalb Jahren reagieren die Behörden in Thüringen äußert sensibel auf Drohungen von Schülern. 2002 hatte ein ehemaliger Schüler an dem Gymnasium innerhalb weniger Minuten 16 Menschen und dann sich selbst getötet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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