Schweigegeld-Vorwürfe gegen SchülerVZ

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Wurde von SchülerVZ die Zahlung von „Schweigegeld“ angeboten?

Hamburg - In der Datenklau-Affäre bei SchülerVZ stützen Chatprotokolle nach Angaben des “Spiegel“ die Vorwürfe, das Netzwerk habe dem 20-jährigen Hacker Schweigegeld angeboten.

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Wie das Magazin berichtete, soll ein Chat zwischen Matthias L. und dem Technikchef der VZ-Gruppe vorliegen, der die Vorwürfe von L.s Anwalt untermauert, seinem Mandanten sei Geld für die gesammelten Daten geboten worden. Der Hacker aus Erlangen war wegen versuchter Erpressung verhaftet worden und hatte in Untersuchungshaft Selbstmord begangen. Das Netzwerk wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Die Tricks der Datenhacker

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Die zuständige Staatsanwaltschaft in Berlin äußerte sich nicht zu den Vorwürfen gegen das Netzwerk. “Das kommentieren wir nicht“, sagte ein Sprecher. “Aufgrund der Beweislage ist der Beschuldigte in Untersuchungshaft genommen worden, weil Fluchtgefahr bestand. Er war weitgehend geständig.“ An dieser Lage habe sich nichts geändert und es gebe derzeit auch keine weiteren Ermittlungen, weil der Beschuldigte nicht mehr am Leben sei.

Der Anwalt des 20-jährigen Hackers hatte in der vergangenen Woche betont, sein Mandant sei kein Erpresser gewesen. Dem jungen Mann sei “ein unbeziffertes Zahlungsangebot durch Mitarbeiter des Unternehmens gemacht worden“, sagte Rechtsanwalt Ulrich Dost.

Wie jetzt der “Spiegel“ berichtete, soll der Technikchef in der Online-Unterhaltung unter anderem geschrieben haben, es dürfe “uns das auch was kosten“, wenn man es schaffe, die Daten zu lokalisieren und zu löschen. “du - und andere können bei uns rumhacken wie sie wollen. ich bezahl euch sogar gerne dafür“, wird der VZ-Mann zitiert. Matthias L. soll auf die Frage nach seinen Absichten zunächst gesagt haben, er habe das Netzwerk nur zum Spaß gehackt - ein “just4fun projekt“.

Die Netzwerk-Betreiber wiesen die Vorwürfe zurück. Der junge Hacker habe sie erpressen wollen und 20 000 Euro verlangt. “Zu keinem Zeitpunkt haben wir dem Tatverdächtigen ein Zahlungsangebot oder gar Schweigegeld für die entsprechenden Daten oder den Crawler unterbreitet“, erklärte der Chef der VZ-Netzwerke, Markus Berger-de Léon, in einer Mitteilung.

Matthias L. sei nicht bereit gewesen, die Daten auszuhändigen. “Er drohte vielmehr, die Daten weiter zu verbreiten, sofern wir nicht auf seine Forderungen eingehen.“ Die Betreiber hätten die Polizei gerufen, “weil aus unserer Sicht ein strafrechtlicher Verstoß gegen die Datenschutzgesetze und ein Erpressungsversuch vorlagen.“ Im Oktober war das Sicherheitsleck in dem großen Online-Netzwerk bekannt geworden. Der aus Erlangen in Bayern stammende 20-Jährige soll persönliche Daten von mehr als einer Million Nutzern aus SchülerVZ kopiert haben.

dpa

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