Schweinegrippe: In Bayern ist Impfstoff knapp

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Gefährdete Berufsgruppen wie Krankenschwestern und Polizisten können sich schon seit 26. Oktober impfen lassen lassen

Hamburg (dpa) - Erst wollten viele nicht, jetzt stürmen sie die Praxen: Die Impfaktion gegen die Schweinegrippe läuft recht holprig an. In Bayern herrscht schon Impfstoff-Knappheit.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Lange Warteschlangen, überlastete Info-Hotlines und zu wenig Impfstoff machen demnach viele Menschen sauer. Die Impfbereitschaft scheint mit der Zahl der Schweinegrippe-Toten zu steigen.

Es gibt aber auch Regionen, in denen Ärzte auf Patienten warten, die sich schützen lassen wollen. "Wir können Sie nur auf eine lange Warteliste setzen und rufen Sie dann an, um Ihnen einen Impftermin mitzuteilen."

Diese Auskunft einer Praxis in Nenndorf ist typisch für das, was viele Niedersachsen zurzeit erleben. "Manche empfinden es als geradezu lebensbedrohlich, wenn sie die Impfung nicht sofort erhalten", sagt Uwe Köster von der Kassenärztlichen Vereinigung in Hannover. Unter Umständen müssen die Menschen dort Wochen warten, zunächst sollen Risikogruppen wie chronisch Kranke den Schutz erhalten.

In Geduld müssen sich auch zahlreiche Hamburger üben. "Ich hätte mindestens eine Stunde warten müssen und bin daher wieder gegangen", berichtet eine Patientin nach dem Besuch einer Praxis, die sich zum Impfen bereiterklärt hat. In der kommenden Woche soll es in der Stadt mehr solcher Stellen geben.

In den Berliner Gesundheitsämtern und bei Hausärzten laufen die Telefone heiß. Im größeren Ausmaß wird in der Hauptstadt aber erst von diesem Montag an geimpft. In einigen Praxen in Sachsen-Anhalt sind die Substanzen dagegen schon verbraucht.

Gefährdete Berufsgruppen wie Krankenschwestern und Polizisten können sich dort schon seit 26. Oktober spritzen lassen, seit einigen Tagen darf auch "Otto Normalverbraucher".

In Thüringen beginnen die niedergelassenen Ärzte in der kommenden Woche mit der Impfung der Bevölkerung. Engpässe meldet auch Nordrhein-Westfalen: So ist in Münster das bisher gelieferte Serum wegen des großen Andrangs bereits komplett aufgebraucht. Probleme gibt es auch in Rheinland-Pfalz. "Der Impfstoff kam deutlich später als gedacht. Wir sind hinter dem Zeitplan", heißt es beim Landes-Hausärzteverband.

Im benachbarten Hessen beträgt die durchschnittliche Wartezeit etwa eine Woche. Dort kann sich inzwischen jeder - nicht nur die Risikogruppen - impfen lassen.

Es gibt aber auch durchaus Praxen, die auf Patienten warten. Das Gesundheitsministerium in Wiesbaden kritisierte, dass sich insgesamt noch zu wenig Ärzte an der Massenimpfung beteiligen. In Baden-Württemberg liefen manche Patienten von einer Praxis zur anderen. Eine neue Internetseite soll jetzt die Suche nach einem Arzt, der sich an der Aktion beteiligt, erleichtern.

In Bayern, dem Bundesland mit der höchsten Zahl an bestätigten Fällen von Schweinegrippe, strecken viele Mediziner die Waffen: Etliche Praxen haben nicht genug Substanzen vorrätig.

Es gebe erhebliche Probleme bei der Auslieferung, erklärt Wolfgang Krombolz vom Bayerischen Hausärzteverband in München. Ärzte müssten Patienten oft wieder wegschicken. "Die Wartelisten werden immer länger."

Allerdings zeigen Umfragen, dass die meisten Deutschen der Impfung gegen die Schweinegrippe nach wie vor skeptisch gegenüber stehen. Im ARD-DeutschlandTrend gaben 14 Prozent von 1000 Befragten Anfang November an, sich "auf jeden Fall" gegen das neue H1N1-Virus impfen zu lassen. Das sind (nur) zwei Prozentpunkte mehr als im Vormonat. 20 Prozent wollen dies "wahrscheinlich" tun. Aber: Die meisten - 62 Prozent - wollen sich "wahrscheinlich nicht" oder "auf gar keinen Fall" schützen.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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