Schweinegrippe: Stadt rüstet sich für den Ernstfall

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Atemschutzmasken wie diese bunkert die Stadt München zum Schutz ihrer Mitarbeiter.

München - München wappnet sich massiv gegen die Schweinegrippe: Die Stadt hat 10 000 Atemschutzmasken und 164 000 Liter Desinfektionsmittel eingekauft. Man will sichergehen, dass die Stadtverwaltung selbst im schlimmsten Fall weiter funktioniert.

In mehreren städtischen Referaten sind zurzeit Umbauten im Gange: Sie müssen Platz schaffen für die riesigen Mengen an Desinfektionsmittel. 140 000 Liter sind schon eingetroffen und an die verschiedensten Behörden verteilt - vom Schulreferat bis zur Feuerwehr. Auch die 10 000 Masken sind bereits gebunkert - 10 000 weitere sollen folgen. Bis Ende 2010 wird die Stadt wohl rund zwei Millionen Euro ausgeben, um ihre Mitarbeiter vor der Schweinegrippe zu schützen. Der Stadtrat stimmte dem nun einstimmig zu.

"Das ist eine Frage der Fürsorge als Arbeitgeber", erklärt Wilfried Blume-Beyerle, Kreisverwaltungsreferent und Leiter des "Stabs für außergewöhnliche Ereignisse" (SAE), der bei der Stadt den Kampf gegen die Schweinegrippe übernimmt. "Experten befürchten eine zweite Welle der Grippe mit deutlich höheren Zahlen von Infizierten." Bedrohlich werde es besonders dann, wenn das Virus mutiere. "Wir wollen keine Panik machen - aber auf den Ernstfall vorbereitet sein."

Das Desinfektionsmittel sei eine Vorsorge-Maßnahme, sagt Blume-Beyerle. Es werde bei Bedarf an einzelne Dienststellen ausgegeben. "Hätten wir etwa einen Grippe-Fall in der KFZ-Zulassungsstelle, würden die Mitarbeiter dort einige Flaschen bekommen."

Vorsorge: Die Münchner Firma „GM“ verkauft Ausrüstung zum Schutz gegen die Schweinegrippe.

Die Atemschutzmasken sind jedoch für ein weit schlimmeres Szenario gedacht: Sie kämen dann zum Einsatz, wenn so viele Leute erkranken, dass es schwierig wird, das öffentliche Leben in München aufrechtzuerhalten. In so einem Fall müsste die Stadt die wichtigsten Ämter, wie etwa das Bürgerbüro, wenigstens mit Notdiensten besetzen, sagt Blume-Beyerle. Die Mitarbeiter dort würden dann die Masken tragen. "Wir hoffen aber, dass es nie so weit kommt."

Die Vorräte der Stadt kommen freilich nur ihren Mitarbeitern zugute. "Was wir machen, sollten andere Arbeitgeber aber auch tun", sagt Blume-Beyerle. Und Münchner Firmen sind nicht untätig - das kann Hans Hörmann vom Großhandel GM bestätigen. Der Betrieb in Freiham verkauft Pandemie-Ausrüstung - an die Stadt München, an Gesundheitsbehörden, aber auch an Banken oder Versicherungen. "Sie wollen ihre Mitarbeiter schützen und sicherstellen, dass ihr Betrieb auch im Ernstfall weiterläuft", sagt Hörmann. Seit Ausbruch der Grippe hat GM rund 8,5 Millionen Mundschutze und mehr als 350 000 Masken verkauft - und es dürften noch weit mehr werden. Im Moment stapeln sich in Hörmanns Lager Kisten mit 1,25 Millionen Mundschutzen. Sie gehen an das Innenministerium eines Bundeslandes - und sind nur ein Teil der Lieferung. Beim Einkauf der mehrfach verwendbaren Masken sei München Vorreiter. "Andere Städte zeigen aber auch schon Interesse."

Johannes Patzig

Quelle: rosenheim24.de

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