Schweinegrippe-Tests: Ärzte und Kassen streiten um Bezahlung

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Ärzte und Krankenkassen streiten um die Bezahlung von Schweinegrippe-Tests.

Berlin - Ärzte und Krankenkassen streiten um die Bezahlung von Schweinegrippe-Tests. Während der Kampf um die Bezahlung der geplanten Massenimpfungen noch nicht ausgestanden ist, herrscht nun auch Verunsicherung über die bereits laufenden Tests.

“Die Kosten für den sogenannten PCR-Test werden nicht erstatten“, sagte Heike Achtermann von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin . Ähnlich hatte sie sich bereits in der “Bild“-Zeitung geäußert.

Achtermann riet Patienten, zunächst bei ihrer Kasse zu fragen, ob sie den Test bezahlt. Allerdings müsse man auch nicht bei jedem Schnupfen gleich einen solchen Test machen lassen.

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Kassen drohen mit Beitragserhöhungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung teilte mit, die Ärzte würden die Tests gerne machen. Dafür bedürfe es aber einer entsprechenden Regelung mit den Kassen, sagte Sprecher Roland Stahl der dpa. Die Kassen wiesen die Darstellung zurück. “Der Test ist über die Versichertenkarte zu beziehen“, sagte die Sprecherin des Kassen- Spitzenverbands, Ann Marini , der dpa. Somit gibt es bei den Beteiligten keine Einigkeit, ob die Bezahlung der PCR-Tests bereits in den einschlägigen Abrechnungstabellen vorkommt oder nicht. In Gesprächen zwischen beiden Seiten solle nun Klarheit geschaffen werden, hieß es von Ärzte- und Kassenseite.

Grippe-Schnelltest für 22 Euro

Ein genereller Grippe-Schnelltest für rund 22 Euro wird laut Achtermann finanziert. Dabei müssten die Versicherten in Vorleistung treten und sich das Geld dann von den Kassen zurückerstatten lassen, erläuterte Stahl. Mit einem PCR-Test lässt sich dann prüfen, ob es sich um saisonale oder um Schweinegrippe handelt. Er koste bis zu 150 Euro.

Das Robert Koch-Institut (RKI) wies Angaben der Ärztevereinigung zurück, beim RKI gebe es wegen der Vielzahl der Verdachtsfälle Engpässe bei den PCR-Tests. Vielmehr sei es gar nicht die Aufgabe des RKI , sämtliche Routine-Tests durchzuführen, sagte Sprecherin Susanne Glasmacher der dpa. “Wir untersuchen ausgewählte Proben.“ Dabei gehe es um eingehendere Untersuchungen im Hinblick auf mögliche Veränderungen der Genetik des Virus. PCR-Tests erfolgen bundesweit in privaten und von den Behörden betriebenen Laboren.

Einen Überblick über die Anzahl der Tests gab es weder beim Kassen-Spitzenverband noch beim RKI. “Das wird uns nicht gemeldet“, sagte Glasmacher.

Millionenkosten für Massenimpfung

Das Gesundheitsministerium hatte am Vortag Forderungen der Krankenkassen zurückgewiesen, die die ab Herbst vorgesehene Impfung von 22,5 Millionen Menschen nicht allein zahlen wollen. In den kommenden Tagen sollen die Kassen gehört werden, bevor das Ministerium eine Verordnung über die Impfungen erlassen will. Die Ersatzkassen hatten die Darstellung des Ministeriums zurückgewiesen, dass die gesetzliche Krankenversicherung über ein ausreichendes Finanzpolster für die Millionenkosten der Impfung verfügt. Infolge der Wirtschaftskrise brächen die Einnahmen weg, hieß es. Unvorhergesehene Mehrausgaben durch die Impfung sollten durch Steuermittel ausgeglichen werden.

dpa

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