Schwulem Schützenkönig droht die Disqualifikation

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Dirk Winter (re.) hat Ärger mit dem Schützenverband.

Münster - Der schwule Schützenkönig aus Münster wird wegen seiner Homosexualität möglicherweise von einem der wichtigsten Wettbewerbe in Deutschland ausgeschlossen.

Dabei geht es um das Bundeskönigsschießen im ostwestfälischen Harsewinkel Mitte September, für das sich Dirk Winter (44) am vergangenen Wochenende in Horstmar im Münsterland qualifiziert hatte.

“Er hatte vorher in einem Fragebogen unterschrieben, dass er sich christlichen Werten verpflichtet fühlt und nach dem Motto “Für Glaube, Sitte und Heimat“ lebt“, sagte ein Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Offen gelebte Homosexualität sei aber in den Augen vieler Schützen ein “Verstoß gegen die katholischen Wertvorstellungen“, schilderte der Sprecher. Winter hatte im Juni seinen langjährigen Freund Oliver zur Schützenkönigin gemacht. Nun stehe die Möglichkeit im Raum, dass Winter nicht schießen dürfe.

Der BHDS-Sprecher betonte zugleich, dass es den Schützen allein um die Wertvorstellungen der ihnen nahe stehenden katholischen Kirche gehe und nicht um grundsätzliche Einstellungen zur Homosexualität. “Ob das richtig oder falsch ist, ist eine ganz andere Sache.“ Die Dachorganisation werde bald entscheiden, ob Dirk Winter in Harsewinkel beim Schießen antreten dürfe. Mit dem Schützenumzug habe dies nichts zu tun. “Zu marschieren, können wir niemandem verbieten.“

Der Dachverband hatte am vergangenen Wochenende verhindern wollen, dass Winter neben seinem Partner marschiert. Dies hatten die Schützen in Horstmar dann überraschend zugelassen. Der BHDS-Sprecher sagte über den Streit: “Man kann das akzeptieren oder nicht. Aber wenn man das nicht akzeptiert, sollte man die Konsequenzen ziehen.“

dpa

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