"Spiegel": Haftbefehle gegen zehn Piraten erlassen

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Berlin - Nach der Befreiung des von Piraten gekaperten deutschen Containerschiffs “MS Taipan“ durch ein niederländisches Spezialkommando könnte es erstmals zu einem Verfahren gegen somalische Piraten in Deutschland kommen.

Das Amtsgericht Hamburg habe Haftbefehle gegen die zehn gefassten mutmaßlichen Seeräuber erlassen, berichtet “Der Spiegel“. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte hingegen am Freitag betont, über die Ausstellung von Haftbefehlen werde erst kommende Woche entschieden.

Über die Weiterleitung entsprechender Auslieferungsanträge soll wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Bundesregierung entscheiden, berichtet das Nachrichtenmagazin. Nach der Befreiung des deutschen Frachtschiffs aus der Hand von Piraten erwarten die Niederlande, dass die Bundesrepublik die somalischen Seeräuber strafrechtlich verfolgt. Ansonsten müsse die niederländische Marine die zehn festgenommenen Somalier auf freien Fuß setzen, sagte Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop am Freitag.

In früheren Fällen hatte die Bundesregierung versucht, einen Prozess gegen somalische Piraten auf deutschem Boden zu vermeiden. Unter anderem wird befürchtet, die Piraten könnten nach Verbüßen der Strafe um Asyl nachsuchen.

Diesmal lägen die Dinge anders, schreibt “Der Spiegel“. Etwaige Bedenken seien “nicht erkennbar“, heiße es in einem internen Vermerk. Da die Piraten auf frischer Tat an Bord überwältigt worden seien, sei der Fall relativ klar. Es blieben auch kaum Alternativen, denn der rettende Einsatz der niederländischen Fregatte erfolgte außerhalb des von der EU-Anti-Piraterie-Mission “Atalanta“ überwachten Seegebiets vor Somalia. Vier Beamte des Bundeskriminalamts seien bereits nach Dubai gereist, um Zeugen zu vernehmen und Spuren zu sichern.

dpa

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