Spiegel überwachen Erdrutsch-Gebiet

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Die hellblaue Linie zeigt den Verlauf der Boeschungskante am Concordia-See vor dem Erdrutsch, der am 18. Juli 2009 eineinhalb Wohnhaeuser mehr als 100 Meter in die Tiefe riss.

Nachterstedt - Zur Überwachung weiterer Erdbewegungen an der Unglückssiedlung in Nachterstedt wurden neue Techniken installiert. Zudem rettete die DRK Bergwacht eine Woche nach dem Unglück eine Hündin.

Zum einen bauen Fachleute auf dem Areal, das seit dem Erdrutsch mit drei Toten vor knapp einer Woche unbewohnbar ist, ein automatisches Messsystem auf. Daneben werden die sieben Häuser am Concordia-Tagebausee, die akut von weiteren Abrutschen bedroht sind, künftig rund um die Uhr mit Videokameras überwacht. Das teilte die Bergbau-Gesellschaft LMBV mit. So können Experten ebenfalls Bewegungen des Erdreichs und Veränderungen an bestehenden Rissen registrieren, aber auch mögliche Eindringlinge feststellen, etwa Plünderer.

Das automatische Messsystem soll den Angaben zufolge 24 Stunden am Tag Daten liefern, die dann von einem Computer erfasst und ausgewertet werden. Es besteht aus Spezialspiegeln als Messpunkte, die Fachleute an den betroffenen Häusern und anderen Punkten aufstellten. Mit Hilfe eines Geräts, das von einem zentralen Punkt permanent Signale an die Spiegel sendet, können Geologie-Experten kleinste Bewegungen registrieren. Sie müssen daher das instabile Areal am Tagebausee nicht mehr unter Lebensgefahr selbst betreten.

Bilder vom Unglück

Erdrutsch: Haus in See versunken

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln veröffentlichte am Freitag Luftbilder, die den Zustand des Gebietes am Concordia-See vor und nach der Katastrophe dokumentieren. Die aus 1200 Metern Höhe fotografierten hochgenauen Aufnahmen sollen den Geologen dabei helfen, Erkenntnisse zur nach wie vor unbekannten Unglücksursache zu gewinnen.

Seit Mitternacht gilt die Unglücksstelle offiziell nicht mehr als Katastrophengebiet. Am Freitagabend war in Nachterstedt eine evangelische Andacht geplant, um der drei Toten, aber auch der 41 Umgesiedelten und der Helfer zu gedenken. Die LMBV erwägt den Hang, an dem am vergangenen Samstag zwei Millionen Kubikmeter Erde abrutschten und zwei Häuser 100 Meter in die Tiefe rissen, aus Sicherheitsgründen zu sprengen.

Hund eine Woche nach Erdrutsch gerettet

Knapp eine Woche nach nach dem Erdrutsch haben Rot-Kreuz-Helfer eine völlig entkräftete Hündin auf dem gesperrten Gelände gerettet. “Die Familie war überglücklich, als wir ihnen heute Nachmittag den verloren geglaubten Hund Tina übergeben haben“, berichtete Einsatzleiter Jörg Escher am Freitag.

Diese Hündin würde eine Woche nach dem Erdrutsch von Helfern der DRK Bergwacht gerettet.

Helfer der DRK Bergwacht hatten nach dem Unglück am Samstag auf dem Gelände Futterstellen verteilt und kontrolliert. “Wir hatten gesehen, dass an einer Futterstelle ein Tier gewesen sein muss und haben dort dann eine Kastenfalle aufgestellt, um den verängstigten Hund so schonend wie möglich einzufangen“, berichtete Escher. Die DRK-Helfer sichern unter anderem Geologen bei Untersuchungen am Rand des Kraters. Diese prüfen regelmäßig, ob die Spalten breiter geworden sind oder ob sich neue gebildet haben. Gerechnet wird damit, dass der Hang früher oder später weiter abrutschen wird.

ap/dpa

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