Sprengstofffund: Dorf wird geräumt

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Polizisten stehen neben zwei Sprengstoffrobotern des BKA vor dem Haus in Becherbach, in dessen angrenzender Scheune der Sprengstoff gefunden worden war. 

Becherbach - Nach dem Fund von hochexplosivem Sprengstoff und anderen Kriegswaffen musste am Samstag ein Ort in Rheinland-Pfalz komplett geräumt werden.

Gespenstische Stille lag am Samstagnachmittag über dem kleinen Ort Becherbach. Ausgestorben alle Straßen und Häuser. Nur noch die Sprengstoffexperten und Polizei waren vor Ort. Sie bereiteten am Samstagnachmittag die Sprengung der 50 bis 60 Kilo Sprengstoff an einem Feldweg vor, sagte Polizeisprecher Gerhard Glaser. Nach SWR-Informationen handelt es sich bei dem Sprengstoff um Nitroglycerin. Dies konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen.

Der Sprengstoff sollte mit Hilfe von Robotern etwa 1300 bis 1400 Meter von der Scheune entfernt zu einem Feldweg gebracht werden, sagte Glaser. Dort sollte dann die geplanten drei Sprengungen passieren, die voraussichtlich erst am Sonntag abgeschlossen sein wird. Das sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Meisenheim, Alfons Schneider (CDU). Problem sei die Transportstrecke. Es sei ein Sicherheitsradius von einem Kilometer eingerichtet worden. 

Die rund 600 Bewohner von Becherbach sollten auch die Nacht in Notunterkünften oder bei Bekannten und Verwandten unterkommen. Von den Sanitätsdiensten hieß es: “Wir sind für eine Nacht gerüstet.“ Am Samstagnachmittag hielten sich etwa 35 Personen in den bereitgestellten Betreuungsräumen auf. Das Dorf wurde gegen Plünderung gesichert.

Die Polizei hatte in der Scheune neben kiloweise Sprengstoff auch Kriegswaffen, Maschinengewehre, Handgranaten und ein altes Militärfahrzeug gefunden. Der 62-jährige Mieter der Scheune soll die Waffen leidenschaftlich gesammelt haben. Gegen ihn wird ermittelt.

Bereits am vergangenen Dienstag hatten Beamten im Haus des Mannes in der Gemeinde Meisenheim unter anderem etwa 50 scharfe Waffen sowie 50 000 bis 60 000 Schuss Munition entdeckt. Alle gefundenen Waffen wurde laut Glaser bereits zu einem Bunker auf dem Truppenübungsplatz Baumholder gebracht.

Der Rentner befinde sich nicht in Gewahrsam. Er hatte bei der Aktion am vergangenen Dienstag laut Glaser einen Schwächeanfall erlitten. “Es ist unseres Wissens nach die größte Menge Sprengstoff, die je in Rheinland-Pfalz an einer Stelle gefunden wurde.“

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften hatte die Evakuierung begleitet. Etwa zehn Menschen mussten von den Sanitätsdiensten zu Krankenhäusern oder Altenpflegeeinrichtungen gebracht werden, sagte Sprecher Philipp Köhler. “Eine Person musste mit einem Schwerlastrettungswagen aus dem Ort gebracht werden.“

dpa

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