Stichwort: RAF

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Frankfurt/Main - Die zunächst als Baader-Meinhof-Bande bekanntgewordene linksextremistische Terrorgruppe Rote-Armee-Fraktion (RAF) hat in fast drei Jahrzehnten mehr als 30 Menschen ermordet.

Zu ihren Opfern zählten Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer, die Bankiers Jürgen Ponto und Alfred Herrhausen sowie Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder. Als Gründungsdatum der RAF gilt der 14. Mai 1970. Im April 1998 gab die Terrorgruppe ihre Selbstauflösung bekannt. Die Gründer der RAF warfen der Generation ihrer Eltern moralisches Versagen sowohl in der NS-Zeit als auch angesichts des Vietnamkriegs vor.

Ihr Protest richtete sich gegen die “Monopolbourgeoisie“ und Menschen und Einrichtungen, die sie als ihre Vertreter betrachteten. Als RAF trat die Gruppe erstmals bei der Befreiung des inhaftierten Kaufhaus-Brandstifters Andreas Baader 1970 in Westberlin in Erscheinung. Bei der Aktion der Journalistin Ulrike Meinhof wurde ein Justizbeamter angeschossen. Meinhof erklärte, dies sei das Ende der Ohnmacht, jetzt fange man an, “die Rote Armee aufzubauen“, eine bewaffnete Auseinandersetzung zu führen und das Proletariat zu organisieren.

In den Jahren darauf folgten Banküberfälle, Mordanschläge und Sprengstoffattentate, unter anderem gegen das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Frankfurt am Main. Im Juni 1972 wurden führende Köpfe der RAF verhaftet - Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe in Frankfurt, Gudrun Ensslin in Hamburg und Meinhof in Hannover. Doch eine zweite RAF-Generation setzte den Terror fort. 1977 wurden Buback, Ponto und Schleyer ermordet. Nach dem misslungenen Versuch einer Palästinensergruppe, mit der Entführung der Lufthansa-Maschine “Landshut“ die inhaftierten RAF-Mitglieder freizupressen, begingen Baader, Ensslin und Raspe Selbstmord. Meinhof war bereits im Mai 1976 tot in ihrer Zelle aufgefunden worden.

Auch die Festnahmen der neuen RAF-Köpfe Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt Anfang der 80er Jahre setzten dem Terror kein Ende. Wieder fanden sich Nachfolger: 1989 wurde Herrhausen, 1991 Rohwedder ermordet. 1993 sprengte die RAF einen Gefängnisneubau in Weiterstadt in Südhessen in die Luft. Bei der Festnahme von Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld 1993 in Bad Kleinen erschoss Grams einen Grenzschutzbeamten und kam bei der Schießerei dann selbst ums Leben. Im ihrem Prozess Ende 1996 in Frankfurt am Main rief Hogefeld die RAF zur Auflösung auf: Der Kampf sei gescheitert. Im April 1998 erklärte sich die RAF in einer von den Ermittlern für authentisch gehaltenen Erklärung für aufgelöst: “Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte.“ Hogefeld war bis zur jetzt erfolgten Festnahme von Verena Becker die letzte ehemalige RAF-Mitglied hinter Gittern.

ap

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