Stiefmutter verbrüht Kind lebensgefährlich

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Steifmutter verbrüht kleines Mädchen.

München - Entsetzliches Verbrechen: Ein Frau hat ihre Stieftochter (6) mit heißem Wasser übergossen - als Strafe. Die 22-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.

Eine Stiefmutter soll in München eine Sechsjährige zur Strafe mit siedend heißem Wasser absichtlich verbrüht haben. Das Kind wurde lebensbedrohlich verletzt. Die Frau und ihr Ehemann, der leibliche Vater des Kindes, sitzen bereits in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Vater hatte das Mädchen mit Verbrennungen vor etwa zwei Wochen in ein Krankenhaus gebracht. Er gab an, das Kind habe einen Topf mit Nudelwasser vom Herd gezogen und sich so verbrüht.

Die Ermittlungen ergaben aber, dass die Angaben von Vater und Stiefmutter nicht stimmen konnten. Die Ärzte stellten Narben von weiteren Verletzungen fest. Außerdem vertraute sich das Kind einem Zeugen an. Diesem sagte die Kleine, die Stiefmutter habe sie als Bestrafung mit dem heißen Wasser übergossen. Die 22 Jahre alte Frau soll dem Mädchen die heiße Flüssigkeit in den Schoß gegossen haben. Die Verletzungen vor allem an den Oberschenkeln waren laut so schwer, dass eine Hauttransplantation nötig war. Das bedeute einen längeren Krankenhausaufenthalt. Möglicherweise seien weitere Operationen nötig, erläuterte die Polizei.

Wahrscheinlich würden die Wunden bis auf Narben ohne bleibende Folgen verheilen. “Es ist ein außergewöhnlicher Fall“, sagte Polizeisprecher Peter Beck. Das Kind sei mit den schweren Verletzungen fünf Tage zuhause gewesen, ehe der 41 Jahre alte Vater es am 9. Mai in die Klinik brachte. Das Kind habe ein Martyrium durchlitten. Die Narben früherer Verletzungen, die von den Ärzten festgestellt wurden, stammten nach ersten Ermittlungen teilweise von Brandwunden. Die weitere Herkunft der älteren Verletzungen werde noch ermittelt. Am Freitag wurden der Vater und die Stiefmutter festgenommen, das Amtsgericht erließ Haftbefehl. Das Mädchen und ein gemeinsames Kind der Eheleute, das jedoch unverletzt ist, wurden vom Jugendamt in Obhut genommen.

dpa

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