Studenten prellten Internetnutzer um 130.000 Euro

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Göttingen - Um sich ihren luxuriösen Lebenswandel zu finanzieren, haben drei Jurastudenten der Universität Göttingen rund 1.000 Internetnutzer mit Spam-Mail-Betrug um insgesamt rund 130.000 Euro gebracht.

Das Landgericht Göttingen verurteilte am Montag zwei Täter wegen schweren Betrugs zu mehr als einem Jahr Haft auf Bewährung und den Dritten wegen Beihilfe zu sechs Monaten auf Bewährung.

Die Studenten im Alter von 25 und 26 Jahren mieteten im Internet zunächst Serverkapazitäten zum Betreiben verschiedener Homepages an. Aus Datenbanken verschafften sie sich dann komplette Datensätze von 600.000 Personen und verschickten Spam-Mails mit angeblich günstigen Angeboten. Damit lockten sie die Internet-Nutzer auf bestimmte Seiten, die sie vorher selbst angelegt hatten. Denjenigen, die diese Seiten anklickten, schickten sie eine Rechnung über 86 Euro.

Rund 1.000 zahlten tatsächlich - zum Teil obendrein die Mahngebühren. Der Gesamtschaden wurde im Prozess mit rund 130.000 Euro angegeben. Vom dem Geld leisteten sich die jungen Männer ein Leben auf großem Fuß, etwa indem sie Luxusautos leasten. “Man wollte Kohle machen“, sagte der Richter bei der Urteilsbegründung. Die Strafkammer hielt den Angeklagten zugute, dass sie mit ihren Geständnissen die Arbeit des Gerichts wesentlich erleichterten. Das Urteil sei ein “Denkzettel“, sagte der Richter zu den Jurastudenten. “Wir haben Ihnen Ihr Leben nicht kaputtgemacht.“

Das Gericht folgte im wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Hauptangeklagte erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung, als Auflage muss er 25.000 Euro zahlen. Der Zweite wurde zu einem Jahr und drei Monaten und zur Zahlung von 12.500 Euro verurteilt. Der dritte Angeklagte wurde der Beihilfe zum Betrug schuldig gesprochen und bekam sechs Monate Haft auf Bewährung und eine Geldauflage von 6.800 Euro. Alle Beteiligten verzichteten auf Rechtsmittel, so dass das Urteil sofort rechtskräftig geworden ist.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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