Das Gericht wartet vergeblich 

Supermarkt Erpresser hält seinen Prozess auf: Er machte sich selbst verhandlungsunfähig 

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Zuschauer und Pressevertreter sitzen zum Prozessauftakt gegen der Supermarkt Erpresser im Gericht. Der Angeklagte wird vorerst nicht kommen. 

Der Supermarkt Erpresser vom Bodensee hielt Deutschland zwei Wochen lang in Atem. Eigentlich sollte der Prozess gegen ihn heute beginnen, durch sein eigenes Handeln ist das aber nicht möglich. 

Ravensburg - Vor Beginn des Prozesses um vergiftete Babynahrung hat sich der Angeklagte selbst verletzt - er war daher am Montagmorgen nicht verhandlungsfähig. Wie der Vorsitzende Richter verkündete, wurde der 54-Jährige bei einer Morgenkontrolle in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg mit Schnittwunden am Unterarm gefunden. „Es steht auch im Raum, dass Schlafmittel genommen worden sind“, hieß es. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die Verhandlungsfähigkeit des Mannes sollte im Laufe des Tages erneut geprüft werden und der Prozess gegebenenfalls am Nachmittag beginnen.

Video: Erpressung mit vergifteter Babynahrung offenbar aufgeklärt 

Ihm wird Mord in fünf Fällen vorgeworfen

Dem mutmaßlichen Supermarkt-Erpresser werden nach Angaben des Gerichts versuchter Mord in fünf Fällen, versuchte besonders schwere räuberische Erpressung in sieben Fällen und gemeingefährliche Vergiftung vorgeworfen. Der Mann hatte nach seiner Festnahme im Herbst 2017 zugegeben, den Giftstoff Ethylenglykol in fünf Gläser mit Babynahrung gemischt und in Geschäften in Friedrichshafen am Bodensee platziert zu haben. Um 11,75 Millionen Euro zu erpressen, drohte er, 20 weitere vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen.

Ein Kunde begrüßte zuletzt Polizisten in einem Supermarkt, dann nahmen sie ihn sofort fest.

dpa

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